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Niedersachsen McAllister ist auf der Suche nach neuem Personal
Nachrichten Politik Niedersachsen McAllister ist auf der Suche nach neuem Personal
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20:53 02.07.2010
David McAllister, der neue Landesvater der Niedersachsen. Quelle: dpa
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Als der neue Ministerpräsident David McAllister am Freitagmorgen ein Zeichen seiner Normalität setzte und auf dem Fahrrad vor der Staatskanzlei eintraf, warteten schon Dutzende Journalisten auf ihn. Wie geht es nun weiter an der Spitze der Regierung? McAllister lächelte in die Kameras und sagte, er wolle jetzt „viele Gespräche führen“ und dann nach Möglichkeit „schnell entscheiden“.

Tatsächlich werden dem 39-Jährigen gleich an den ersten Amtstagen schwierige Personalien abverlangt, denn im Stab des Regierungschef gibt es überraschende Veränderungen. Lothar Hagebölling, der langjährige Leiter der Staatskanzlei, wird am Montag neuer Chef des Bundespräsidialamtes. Gern hätte ihn McAllister gehalten, aber dem Wunsch von Christian Wulff, ihm nach Berlin zu folgen, wollte sich der 58-Jährige nicht verschließen.

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Zugleich war Staatssekretär Olaf Glaeseker, der Regierungssprecher, seit Mittwoch nicht mehr in der Staatskanzlei gesehen worden, wohl aber im Umfeld des neuen Bundespräsidenten, was Raum für Spekulationen bot. Glaeseker sei nach wie vor im Amt, sagte McAllister noch am Morgen. „Es gibt daher keinen Grund, die Stelle neu zu besetzen.“ Am Nachmittag kam dann die Mitteilung der Staatskanzlei, dass auch Glaeseker nach Berlin wechselt, um den Bundespräsidenten „an maßgeblicher Stelle zu unterstützen“.

Der persönliche Referent Berend Lindner hat Hannover bereits verlassen und arbeitet jetzt in gleicher Funktion für Wulff. Dessen Amt übernimmt ein Vertrauter von McAllister, Holger Spreen. „Ein gründlicher Jurist“, lobte der Regierungschef. „McAllister funktioniert dann am besten, wenn Spreen in der Nähe ist“, sagte der Ministerpräsident am Freitag bei seiner Vorstellung vor den Mitarbeitern der Staatskanzlei.

Drei Staatssekretäre, die in seinem Umfeld fehlen – ein wenig mag McAllister das an die Situation von vor siebeneinhalb Jahren erinnert haben, als er zum ersten Mal Wulffs Nachfolge antrat. Als jener damals in die Staatskanzlei einzog, leerte sich der Mitarbeiterstab der CDU-Landtagsfraktion plötzlich so schnell, dass der neu gewählte Fraktionschef McAllister auf die bewährten Kräfte verzichten musste. „David allein zu Haus“ lautete damals ein geflügeltes Wort. Aber im Unterschied zu damals gibt es jetzt ein Team von Mitarbeitern, die McAllister beim Amtsantritt überschwänglich als „tolle Mannschaft“ lobte, die binnen kurzer Zeit hervorragende Aktenvermerke anfertigen könne. „Diese Vermerke waren auch schon in der Landtagsfraktion begehrt, nur haben wir sie damals nicht bekommen“, sagte McAllister.

Seine fünf Umzugskisten, die der neue Ministerpräsident aus der CDU-Fraktion mit in die Staatskanzlei bringt, werden zunächst ungeöffnet abgestellt. Die Schränke in Wulffs Arbeitszimmer sind allerdings bereits leer geräumt, obwohl der neue Bundespräsident gebeten hatte, damit noch zu warten – seine früheren Sekretärinnen waren schneller.

Es wird damit gerechnet, dass McAllister bis zum Start seiner Reise nach China am Sonntag die wichtigste Personalie entschieden und einen neuen Chef der Staatskanzlei benannt haben wird. Vieles spricht für Kultusstaatssekretärin Christine Hawighorst (46), eine in Delmenhorst geborene Juristin mit Erfahrung in der Kommunalverwaltung vor allem im Emsland. Die engagierte und zupackende Frau war bis April Sozialstaatssekretärin, und sie gilt allgemein als ministrabel. Ihre Doktorarbeit hat sie im Fach Psychologie über Kriminalprävention geschrieben. Gegen Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke als Hagebölling-Nachfolger spricht, dass er kein Jurist ist und im Landwirtschaftsministerium gebraucht wird, gegen Sozialstaatssekretär Heiner Pott, dass er erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Sollte Hawighorst in die Staatskanzlei wechseln, müsste sie dort die Arbeit der Landesregierung koordinieren und für ein reibungsloses Zusammenspiel der Ministerien sorgen. Außerdem wäre sie als Krisenmanagerin in heiklen Angelegenheiten gefordert.

Klaus Wallbaum

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