Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen McAllister lehnt schnellen Rückzug aus Afghanistan ab
Nachrichten Politik Niedersachsen McAllister lehnt schnellen Rückzug aus Afghanistan ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 17.12.2010
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister in einem gepanzerten Geländewagen der Bundeswehr. Quelle: dpa
Anzeige

Einen Tag nach seinem Truppenbesuch in Afghanistan sagt der niedersächsische Ministerpräsiden David McAllister noch deutlicher als zuvor, was er von einem schnellen Rückzug der Bundeswehr hält, nämlich sehr wenig. „Wenn wir die Dinge überstürzen, bringt das gar nichts“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung, „wir müssen verhindern, dass Afghanistan in einen Zustand zurückfällt, wie er dort vor 2002 anzutreffen war.“

Der CDU-Politiker plädierte zugleich dafür, mehr Druck auf die afghanische Regierung auszuüben, damit die Entwicklung des Landes schneller vorankommt. Nur so könne die geplante schrittweise Übergabe der Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte schlüssig vollzogen werden.

Anzeige

McAllister, der auf Einladung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals die Bundeswehr am Hindukusch besucht hatte, sagte zur Begründung seiner Reise, er habe den Soldatinnen und Soldaten zweierlei klarmachen wollen: „Die deutsche Politik steht mit großer Mehrheit hinter diesem Einsatz und dem Auftrag, der vom Parlament erteilt worden ist. Und die eingesetzten Soldaten sind auch an den Weihnachtstagen, die sie fern von ihren Familien verbringen müssen, nicht vergessen, sondern können sich der Solidarität vieler Mitbürger sicher sein.“

Während seines Aufenthaltes in Masar-i-Scharif und Kundus war McAllister – selbst ehemaliger Soldat – keinem besonderen Medieninteresse ausgesetzt. „Deshalb konnte ich mich meist recht ungezwungen mit den Soldaten unterhalten“, berichtete er gestern. Er habe unter anderem mit Fallschirmjägern aus Seedorf bei Zeven und aus Oldenburg Mittag gegessen, sei von Piloten aus Wunstorf geflogen worden und habe Objektschützer aus Schortens getroffen. Ein besonderes Erlebnis sei jedoch eine Patrouille mit einem gepanzerten Geländewagen in die Stadt Ala Chapa bei Masar-i-Scharif gewesen. Dort habe er gesehen, wie groß die Armut in ländlichen Regionen ist und wie freundlich die Bundeswehr und die deutsche Hilfe aufgenommen würden.

Klaus von der Brelie

Mehr zum Thema

Der Blitzbesuch soll den deutschen Soldaten in Afghanistan den Rücken stärken: Gemeinsam mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat Ministerpräsident David McAllister die Stützpunkte in Kundus und Masar-i-Scharif besucht. „Wir sind stolz auf ihre Arbeit.“

17.12.2010

Der Verteidigungsminister nimmt seine Ehefrau und einen Talkmaster zum Truppenbesuch nach Afghanistan mit. „Das ist bitterer Ernst“, sagt Stephanie zu Guttenberg am Hindukusch. Die Opposition ist empört. „Staatsschauspieler“, ruft SPD-Generalsekretärin Nahles.

17.12.2010

Vom Osten lernen, heißt siegen lernen. Oder wie würden Sie diese kleine Geschichte interpretieren, die uns aus dem Märkischen Oderland erreichte? Aus dem Dorf Zechin. Dort lebt ein Mensch namens Manfred Tamm, der seit elf Jahren etwas ganz besonders Wunderbares in seinen Garten stellt – eine „Klautanne“.

Michael B. Berger 17.12.2010