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Niedersachsen McAllister sieht keinen Anlass für Ende des Afghanistan-Einsatzes
Nachrichten Politik Niedersachsen McAllister sieht keinen Anlass für Ende des Afghanistan-Einsatzes
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16:33 29.05.2011
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Nach dem tödlichen Anschlag auf deutsche Soldaten in Nordafghanistan sieht Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister keinen Anlass für ein Ende des Militäreinsatzes. „Trotz aller Rückschläge darf und wird uns dies nicht davon abbringen, unsere Strategie weiter zu verfolgen und umzusetzen“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag der dpa in Hannover.

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) rief die Bevölkerung zu mehr Unterstützung für das deutsche Engagement auf. „Gerade jetzt müssen wir hinter unseren Soldaten in Afghanistan stehen und ihnen den Rücken stärken, auch wenn dies heute besonders schwerfällt.“ Am Samstag waren bei einem Attentat in der Provinz Tachar zwei deutsche Soldaten getötet und fünf weitere, darunter General Markus Kneip, verletzt worden. Bei einem der Toten handelt es sich um einen 31-jährigen Hauptfeldwebel des Feldjägerbataillons 152 aus Hannover. Der zweite Tote stammt aus Rheinland-Pfalz.

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Vor seinem Einsatz in Afghanistan war Kneip Kommandeur der 1. Panzerdivision in Hannover. Seit Februar 2011 führt er das Kommando der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan. Das soll sich auch nach dem Anschlag nicht ändern. Kneip schwebt nach Angaben der Bundeswehr nicht in Lebensgefahr. Dem General gehe es „den Umständen entsprechend gut“.

Der damalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte die Soldaten der 1. Panzerdivision um General Kneip Anfang Januar gemeinsam mit McAllister bei einer Feierstunde im niedersächsischen Landtag nach Afghanistan verabschiedet.

„Diese hinterhältigen, terroristischen Anschläge entfachen Wut aber auch tiefe Trauer“, sagten McAllister und Schünemann, die nach eigenen Angaben mit Abscheu und Entsetzen auf den Selbstmordanschlag reagierten. „Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden den Angehörigen der Opfer, insbesondere der zwei getöteten deutschen Bundeswehrsoldaten.“ Mit den besten Wünschen einer schnellen Genesung seien sie in Gedanken aber auch bei den verletzten afghanischen Polizisten und deutschen Soldaten und Kneip.

Auf afghanischer Seite starben bei dem Anschlag der Polizeikommandeur für den Norden des Landes, Daud Daud, sowie der Polizeichef der Provinz Tachar, Schah Dschahan Nuri. Unter den Verletzten ist auch Gouverneur Abdul Jabar Taqwa. Insgesamt wurden nach offiziellen afghanischen Angaben sieben Menschen getötet und neun weitere verletzt. Nach dpa-Informationen soll der Attentäter eine Polizeiuniform getragen haben.

dpa