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Niedersachsen Mehr Übernachtungen im Krisenjahr 2008
Nachrichten Politik Niedersachsen Mehr Übernachtungen im Krisenjahr 2008
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22:27 09.03.2009
Von Saskia Döhner
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Das sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler am Montag, als er die Bilanz des vergangenen Tourismusjahres präsentierte. Zwischen 2004 und 2008 stieg die Zahl der Übernachtungen um sieben, die der Ankünfte um 12,9 Prozent. Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung liegt Niedersachsen im Bundesvergleich hinter Bayern bei den beliebtesten Reiseländern auf dem zweiten Rang.

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 36,9 Millionen Gäste in Niedersachsen übernachtet, darunter 2,8 Millionen Touristen aus dem Ausland. Während die Region Hannover, das Braunschweiger Land und das Weserbergland vor allem für Engländer interessant sind, reisen Niederländer gern ins nahegelegene Emsland, in die Grafschaft Bentheim und nach Oldenburg.

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Auch viele Niedersachsen lieben die Ziele in der Nähe: „Ein Drittel unserer deutschen Gäste kommt sogar aus unserem Bundesland“, sagte Carolin Ruh, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen (TMN) GmbH. Ein Viertel der deutschen Gäste, die in Niedersachsen Urlaub machten, stamme aus Nordrhein-Westfalen.

Städtereisen sind im Kommen. Die Zahl der Übernachtungen stieg im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent auf insgesamt 6,3 Millionen. Klare Gewinner sind hier Papenburg mit einem Plus von 22,7 Prozent, Stade (19,6 Prozent plus), Hannover (13,7) und Verden (12,5), wobei die Landeshauptstadt mit 223 594 Übernachtungen mehr zwei Drittel der Zuwächse auf sich verbuchen konnte.

Die Zugpferde Stade und Verden bescherten auch ihrer Umgebung Gewinne. Das Gebiet UnterelbeUnterweser mit Stade und dem Alten Land hatte die größte Steigerung, nämlich um 12,2 Prozent. Mit nur 691 746 Übernachtungen bleibt die Gegend jedoch ein unbekanntes Urlaubsziel. Die Mittelweser-Region (mit 591 781 Übernachtungen mit Jahr 2008) weist Zuwächse von 11,2 Prozent auf. An dritter Stelle steht die Region HannoverHildesheim mit einem Plus von 9,1 Prozent und insgesamt 3,5 Millionen Übernachtungen.

Nach wie vor zieht es die meisten Gäste an die Nordseeküste (5,8 Millionen Übernachtungen), gefolgt von der Lüneburger Heide (fünf Millionen Übernachtungen) und den Ostfriesischen Inseln (4,9 Millionen).

Sorgenkind bleibt der Harz, der ein Minus von zwei Prozent verbuchen musste. „Die gute Schneelage im November und Dezember konnte den schlechten Start des Jahres 2008 nicht mehr wettmachen“, sagte TMN-Chefin Ruh. „Wir tun was“, versprach Minister Rösler und verwies auf den Masterplan Harz und den geplanten Anschluss von Braunlage an die Harzer Schmalspurbahn. Das Land könne seit Jahresanfang auch direkte Investitionshilfen für den Bau neuer Hotels zur Verfügung stellen. fügte Rösler hinzu.

Nach dem erfolgreichen Jahr 2008 erwartet der FDP-Politiker für dieses Jahr einen leichten Einbruch. Rückgänge werde es bei den Geschäftsreisen und den Zweit- und Drittreisen geben. Insgesamt werde Niedersachsen wohl eher glimpflich davonkommen, meinte Ruh. Denn zum einen sei das Segment Geschäftsreisen – bis auf Hannover und Wolfsburg – sowieso nicht sehr ausgeprägt, zum anderen verzichteten die Deutschen in Krisenzeiten eher auf Fernreisen und blieben im eigenen Land. Experten rechnen für 2009 mit einem Rückgang von ein bis 1,5 Prozent bei den Übernachtungszahlen.