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Niedersachsen Migranten-Abschlüsse sollen leichter anerkannt werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Migranten-Abschlüsse sollen leichter anerkannt werden
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13:16 27.01.2010
Innenminister Uwe Schünemann (CDU) Quelle: lni (Archiv)
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Niedersachsen setzt sich für eine einfachere Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse ein, um damit den Fachkräftemangel im Land zu bekämpfen. „Migranten haben Schwierigkeiten, ihren Berufs- und Hochschulabschluss anerkannt zu bekommen“, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Mittwoch in Hannover. „Das hat zur Folge, dass nur 16 Prozent der Migranten in ihrem erlernten Beruf hier in Deutschland arbeiten können.“ Die Praxis müsse künftig schneller, transparenter und einheitlicher werden. Von der Bundesregierung fordert Schünemann daher eine neue Gesetzgebung, um den Weg aus dem „Zuständigkeitslabyrinth“ zu finden.

Eine besondere Verantwortung bei der Anerkennung sieht Schünemann bei der Bundesagentur für Arbeit. „Wichtig ist, dass wir einen Ansprechpartner haben, der eine Lotsenfunktion übernimmt“, sagte Schünemann. In Fällen, in denen eine Nachqualifikation erforderlich ist, forderte er die Agentur auf, „schneller und zielgerichteter zugunsten der Zuwanderer zu handeln.“ Es reiche nicht aus, dem Migranten nur eine Telefonnummer in die Hand zu drücken. Auch könne es nicht sein, dass die Migranten bis zu eineinhalb Jahre auf ihre Anerkennung warten müssten. „Spätestens nach sechs Monaten muss hier ein Ergebnis vorliegen.“

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Akuten Bedarf sieht Schünemann insbesondere bei Ingenieuren und Pflegeberufen. „Die demografische Entwicklung zeigt aber, das es in den nächsten zehn Jahren auch in vielen anderen Bereichen Probleme geben wird“, betonte der CDU-Politiker. Deshalb sei es sinnvoll, sich nicht nur auf einen Bereich zu beschränken, sondern alle vorhandenen Kapazitäten zu nutzen. Von einer vereinheitlichten Regelung würden beide Seiten profitieren: „Für die Migranten ist eine unbefriedigende Situation, mit einem Hochschulabschluss als Taxifahrer zu arbeiten.“

„Wir dürfen die Migranten in dieser Frage nicht alleine lassen, sondern müssen sie auf diesem Weg begleiten“, sagte Schünemann. In einem Brief habe er Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) daher gebeten, der Bundesagentur für Arbeit diese neuen Aufgaben zu übertragen. Ein erster „Meilenstein“ für die verbesserte Anerkennung ist laut Schünemann der Orientierungsleitfaden mit Hilfen für Betroffene und Beratungsstellen, der auch für andere Bundesländer als Vorbild fungieren kann.

lni

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