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Niedersachsen Minister fordert Alkoholverbot in Regionalbahnen
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14:30 10.10.2011
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU)
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Quelle: dpa
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Er appellierte an die Deutsche Bahn, dem Vorbild der privaten Eisenbahngesellschaft Metronom zu folgen. In den Metronom-Zügen darf bereits seit November 2009 kein Bier oder Schnaps mehr getrunken werden.

Aktueller Anlass für Schünemanns Appell war die Situation in der Bahn vor und nach dem Spiel Hannover 96 gegen Werder Bremen am 2. Oktober. Ihn hätten mehrere Hilferufe erreicht, sagte der Minister und zitierte aus dem Brief eines Bahnreisenden, der von saufenden, pöbelnden Fußballfans und verängstigten Fahrgästen berichtete. Nach dem Spiel war ein Zug mit Werder-Fans bei Neustadt am Rübenberge zum Stehen gekommen. Die Polizei ermittelte nach Streit zwischen Fans unter anderem wegen Körperverletzung. Der Zug wurde auch demoliert.

Schärfer vorgehen

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf Anfrage zu Schünemanns Forderung, dass die Verkehrsministerkonferenz nach wie vor gegen ein generelles Alkoholverbot in Zügen sei. Es gebe aber Gespräche mit dem Land über ein mögliches Alkoholverbot. Schünemann zufolge ist es dringend geboten, schärfer gegen betrunkene Hooligans in der Bahn vorzugehen. Zwar sei die Umsetzung eines Alkoholverbots mit Kosten verbunden, dafür gebe es weniger Sachbeschädigung. „Man fühlt sich in diesen Zügen viel wohler“, sagte er mit Blick auf die Metronom-Bahnen, wo Alkohol tabu ist.

In den Zügen der privaten Eisenbahngesellschaft Erixx Heidesprinter GmbH, die vom 11. Dezember an Regionalstrecken in der Lüneburger Heide übernimmt, wird es von vornherein ein Alkoholverbot geben. „Wir können den Fahrgästen einen sauberen Zug zur Verfügung stellen“, sagte der Projektleiter der Erixx Heidespringer GmbH, Johann Ubben.

Darüber hinaus stellte Schünemann am Montag das neue Lagezentrum für die Niedersächsische Landesregierung vor. Die Räume im fünften Stock des Innenministeriums sind für 3,3 Millionen Euro komplett modernisiert und erweitert worden. Bei großen Naturkatastrophen oder verheerenden Unfällen tritt hier der Krisenstab zusammen.

dpa/kas

Klaus Wallbaum 08.10.2011
Stefan Koch 08.10.2011