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Niedersachsen Mit Videoüberwachung gegen Fußballchaoten
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11:41 11.11.2011
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Quelle: dpa
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Hannover

Mit einem Bündel von Maßnahmen will Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gewalttätige Fußballchaoten in die Schranken weisen. Notwendig sei eine technisch bessere Videoüberwachung in den Stadien, wie sie Bundesligist Hannover 96 einführen wolle. „Nur dann kann man die völlig ausgeflippten Fans - man kann auch Chaoten sagen - identifizieren“, sagte der Minister am Freitag im Landtag in Hannover.

Beim Runden Tisch der Innenminister der Länder zur Fangewalt am kommenden Montag in Berlin will Schünemann unter anderem für längere Stadionverbote für Randalierer eintreten.

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Nach Auskunft der Landesregierung ist zurzeit gegen 165 Anhänger niedersächsischer Vereine ein bundesweites Stadionverbot wirksam - darunter sind 26 Wolfsburger, 56 Braunschweiger, 43 Hannoveraner und 40 Osnabrücker Anhänger.

Der Minister betonte die besondere Belastung für die Polizei. Die Einsätze bei Spielen von der Oberliga bis zur Europa League hätten in der Saison 2010/2011 insgesamt 22 168 Beamte für fast 150.000 Stunden gebunden. Langfristig sei diese Belastung nicht zu tragen, deshalb müssten die Vereine mehr qualifizierte Ordner einsetzen und zur Prävention mehr Geld in die Fanarbeit investieren. „Auch im Amateurbereich sind Fanprojekte notwendig, um von dieser Einsatzbelastung runterzukommen“, sagte Schünemann.

Nach Fanprojekten in Hannover, Braunschweig und Wolfsburg wurde im Juli in Osnabrück das bundesweit 50. Fanprojekt eingerichtet. Sie werden je zu einem Drittel durch den Fußballverband, die zuständige Kommune und das Land finanziert. Niedersachsen gab in diesem Jahr hierfür 121.400 Euro aus.

Schünemann forderte verpflichtende Fan-Projekte in den ersten drei Ligen, die von den Vereinen oder vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) finanziert werden sollten. „Es kann im bezahlten Fußball nicht sein, dass die Kommunen und Länder hier mitfinanzieren“, betonte der Minister für Inneres und Sport.

Dem Jahresbericht Fußball 2010/2011 zufolge stieg die Zahl der Körperverletzungsdelikte in den beiden ersten Ligen im Vergleich zur Vorsaison auf 1572 Fälle. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich auf 846 Menschen, darunter waren 243 Polizeibeamte und 344 Unbeteiligte.

Schünemann wies darauf hin, dass sich nur ein Teil der Ultra-Szene radikalisiert habe. „Es gibt einige wenige, die Spiele dazu nutzen, Gewalt auszuüben.“ In Niedersachsen haben nach Einschätzung der Behörden derzeit 1324 Fußballanhänger Gewaltpotenzial, vor einem Jahr waren es noch 1458.

dpa/kas

Michael B. Berger 10.11.2011
10.11.2011