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Niedersachsen Nach Zwangspause: Arbeiten in Atomendlager beginnen
Nachrichten Politik Niedersachsen Nach Zwangspause: Arbeiten in Atomendlager beginnen
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17:00 22.10.2010
Kritiker halten den Salzstock in Gorleben aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit als nicht geeignet zur Lagerung von gefährlichem Atommüll.
Kritiker halten den Salzstock in Gorleben aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit als nicht geeignet zur Lagerung von gefährlichem Atommüll.
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Nach knapp zehn Jahren politisch verordneter Zwangspause wird in Gorleben die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten für ein mögliches Atomendlager vorbereitet. Die Energiekonzerne wollen den dortigen Salzstock von Oktober an weiter auf seine Eignung als Endlager für hoch radioaktiven Abfall untersuchen. Die Genehmigung des Rahmenbetriebsplanes werde „rechtzeitig“ bis dahin erfolgen, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums.

Derzeit sucht die DBE, die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern, in Stellenanzeigen rund ein Dutzend neue Fachleute für Gorleben, darunter Vermessungstechniker, Steiger und Bohrgeräteführer. Die DBE ist vom Bund mit dem Bau von Anlagen zur Endlagerung radioaktiven Abfalls betraut - das Unternehmen gehört zu rund 75 Prozent der Gesellschaft für Nuklear-Service, einem Unternehmen der deutschen Energiewirtschaft.

Das Bundesumweltministerium erklärte nach einem Bericht der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, zunächst sollten im Salzstock Restarbeiten in einem Bereich beendet werden, wo die Erkundung vor zehn Jahren eingestellt wurde. In neue Bereiche werde man wenn überhaupt erst 2013 vordringen, nachdem eine Sicherheitsanalyse erarbeitet worden sei.

Nach wie vor ist der Standort Gorleben aber politisch hoch umstritten. Seit Oktober 2000 waren die Erkundungsarbeiten dort auf Betreiben der damaligen rot-grünen Bundesregierung unterbrochen worden. Rot-Grün wollte eigentlich auch andere Standorte in die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Müll in Deutschland einbeziehen. Dazu ist es jedoch seitdem nicht gekommen.

Kritiker halten den Salzstock in Gorleben aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit als nicht geeignet zur Lagerung von gefährlichem Atommüll. Sie verweisen dabei auch auf das marode Atomlager Asse bei Wolfenbüttel, das durch Wasserzufluss vom Einsturz bedroht ist.

dpa