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Niedersachsen Neue Debatte um Schließung der Asse
Nachrichten Politik Niedersachsen Neue Debatte um Schließung der Asse
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22:24 04.01.2010
Von Karl Doeleke
Atomfass
Quelle: Nancy Heusel (Symbolbild)
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Die im Asse-Koordinationskreis zusammengefassten Initiativen werfen dem BfS vor, die Öffentlichkeit zu täuschen.

Das BfS behaupte wahrheitswidrig, „sämtliche Hohlräume“ des alten Salzbergwerkes sollten „mit Beton verfüllt“ werden, sagte ein Sprecher der BI am Montag in Hannover. Tatsächlich sei aber die Flutung der meisten Kammern geplant. „Das zeigt, dass die Öffentlichkeit nicht mit den Realitäten vertraut gemacht wurde“, sagte Frank Hoffmann. Bei der Schließungsoption, die „Vollverfüllung“ genannt wird, würde tatsächlich nur in die oberen Schichten der Asse Beton gegossen. Die rund 126.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll lagern dagegen in den Schichten unterhalb von 700 Metern. Diese sollen laut BI mit Magnesiumchlorid geflutet werden. Die „Vollverfüllung“ entspreche in Wahrheit im Wesentlichen dem Flutungskonzept des Helmholtz-Zentrums, dem früheren Betreiber der Asse. Das BfS wies den Vorwurf der Täuschung als „nicht nachvollziehbar“ zurück. Man habe bereits vor Monaten darauf hingewiesen, dass der untere Teil des Bergwerkes geflutet werden soll.

Das BfS prüft derzeit drei Optionen für die Schließung des Atommülllagers: Die erste sieht vor, alle Fässer aus dem Salzstock zu bergen; die zweite, den Atommüll in tiefere Schichten umzulagern. Die dritte Option wird nun von der BI angegriffen. Danach soll der Müll an Ort und Stelle bleiben. Mitte Januar will das BfS eine Empfehlung für eine der drei Varianten abgeben. Damit steht aber noch nicht fest, was mit der Asse geschieht.

Die Linksfraktion im Landtag schloss sich gestern dem Koordinationskreis an und bezeichnete die Verfüllung als „Flutung durch die Hintertür“. Der Wolfenbütteler FDP-Landtagsabgeordnete Björn Försterling stellte sich dagegen an die Seite des BfS. Das Bundesamt habe den Entscheidungsprozess immer transparent gestaltet. Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefan Wenzel, sieht keinen Anlass, dem BfS mangelnde Offenheit zu unterstellen: „Ich kann mich der Kritik nicht anschließen“, sagte Wenzel.