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Niedersachsen Immer mehr Einbrüche: Was kann die Polizei tun?
Nachrichten Politik Niedersachsen Immer mehr Einbrüche: Was kann die Polizei tun?
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15:23 04.12.2016
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Symbolbilder Quelle: Rumpenhorst
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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will am Montag Konzepte vorlegen, wie die Polizei gegen die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen härter vorgehen kann. Wie diese Konzepte aussehen könnten, ist jedoch noch fraglich. Denn einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zufolge lassen sich Serieneinbrecher zumindest von höheren Strafen nicht beeindrucken. Studienleiterin Gina Rosa Wollinger sagte dem NDR: "Die Strafhöhe macht gar nicht so viel aus, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass man wirklich entdeckt wird." Die Gefahr, gefasst zu werden, sei für Wohnungseinbrecher aber generell niedrig. "In unserer bisherigen Studie haben wir gesehen, dass wirklich nur 2,6 Prozent der Einbrüche mit einer Verurteilung enden", sagte die Soziologin.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will am Montag Konzepte vorlegen, wie die Polizei gegen die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen härter vorgehen kann. In Niedersachsen gab es nach Angaben des Landeskriminalamts 2015 insgesamt 16 575 Einbrüche, 13,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Nur in rund jedem vierten Fall wurden die Täter ermittelt, damit lag die Aufklärungsquote in Niedersachsen immer noch über dem Bundesdurchschnitt.

Die Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes wird unter anderem von der Kriminalprävention von Bund und Ländern finanziert, die kompletten Ergebnisse sollen im kommenden April veröffentlicht werden. Für die Untersuchung führten die Forscher aus Hannover Interviews mit 30 in Deutschland inhaftierten Tätern, die zur Tatzeit ihren Wohnsitz im Ausland hatten.

Zu den ersten Ergebnissen der Studie gehört, dass Einbrecher arbeitsteilig vorgehen, sich in Banden organisieren und wenig Angst vor Entdeckung durch die Polizei hätten, sagte Studienleiterin Wollinger.

Wie der NDR in der Dokumentation "Einbrecherbanden auf Deutschlandtour - Warum sie es so einfach haben" (5.12., 22.45 Uhr im Ersten) unter Berufung auf das Bundeskriminalamt berichtet, hat sich der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. 2015 waren 40,2 Prozent aller ermittelten Täter Ausländer, nach Erkenntnissen des BKA vor allem Einbrecherbanden aus Osteuropa.

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 167 000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt in den späten 90er Jahren.

dpa

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