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Niedersachsen Neuer Sicherheitscheck für Schacht Konrad
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20:24 26.05.2015
Von Michael B. Berger
Das geplante Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter. Quelle: dpa
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Hannover

„Vor der Inbetriebnahme wird es eine umfangreiche Überprüfung des Sicherheitsstandes der Anlage geben. Das bereiten wir schon seit Langem vor“, sagte König am Dienstag der HAZ. Die Sicherheitsüberprüfung werde „mehrere Jahre“ in Anspruch nehmen, schätzt König. Zum Datum, wann das geplante Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter in Betrieb gehen könnte, sagte König: „Ziel der Bundesregierung ist es, dass Schacht Konrad 2022 in Betrieb geht“.

In Schacht Konrad soll mittel- und schwachradioaktiver Müll gelagert werden. Die Anlage, eine ehemalige Eisenerzgrube, wurde in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts geplant und ist 2007 nach einem 20 Jahre dauernden Planfeststellungsverfahren genehmigt worden, dessen Rechtmäßigkeit 2007 höchstrichterlich bestätigt worden ist. Anti-Atom-Initiativen wie auch Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne) fordern vor der Inbetriebnahme des Endlagers den Nachweis, dass die Genehmigung auch dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspreche. „Da muss der Bund liefern“, sagt Wenzel. Einen „Sicherheitsrabatt“ dürfe es nicht geben.

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„Die Sicherheit steht ganz oben an, sie geht vor“, sagt BfS-Präsident König, der gesetzlicher Betreiber der Anlage ist. Vorbereitungen zur großen Sicherheitsüberprüfung liefen bereits seit einem Jahr - lange bevor örtliche Initiativen wie auch die Stadt Salzgitter mit Unterschriftenlisten gegen das nationale Entsorgungsprogramm der Bundesregierung und die Inbetriebnahme von Schacht Konrad zu Felde zogen. Bei der Sicherheitsüberprüfung wird nach Königs Worten auch untersucht, ob die Sicherheitsbetrachtungen noch den aktuellen Anforderungen entsprechen, ob man heute dank wesentlich besseren Rechnern zu ganz anderen Rechenmodellen kommen würde.

Ängste, das Volumen der geplanten Atomanlage werde klammheimlich vonseiten der Bundesregierung erhöht, sind nach Worten des BfS-Präsidenten König unberechtigt. „Eine Veränderung der Genehmigung darf es nur nach einem ordentlichen Planfeststellungsverfahren geben, mit Öffentlichkeitsbeteiligung und allem, was geboten ist“, betonte der BfS-Chef.

Unterdessen haben die Stadt Salzgitter, örtliche Anti-Schacht-Konrad-Initiativen und die IG-Metall die Sammlung von Unterschriften abgeschlossen, mit der sie gegen die Inbetriebnahme des Lagers protestieren. Vor einer Woche hatte das Bündnis mehr als 25 000 Unterschriften gesammelt, weniger als die 200 000, die die Stadt Salzgitter ehemals angepeilt hatte. „Allein heute sind aber bei uns mehr als 8000 neue Einwände eingegangen“, berichtet Steffi Schlensok von der AG Schacht Konrad. Vor Ort sei die Resonanz ein „voller Erfolg“.

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