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Niedersachsen Neues Gezerre um alte Schwebebahn
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21:08 26.01.2010
Quelle: ap (Archiv)
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In Hannover signalisierte bereits Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP), dass er keine weiteren Landesgelder in das Projekt investieren will. Gesichert ist der Betrieb auf der gut 30 Kilometer langen Teststrecke noch bis Ende April.

Als vor wenigen Tagen der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring im Gespräch mit dem Magazin „Focus“ das Aus für den Transrapid in Lathen forderte, löste der Bundestagsabgeordnete aus Hannover damit in den westlichen Landesteilen besorgtes Kopfschütteln aus. Es gebe keine Chance für das Transrapid-Projekt. „Wir dürfen den Testbetrieb im Emsland nicht verlängern“, hatte Döring dem Nachrichtenmagazin gesagt.

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Damit hatte er zumindest die Emsländer verärgert, auch wenn diese die Aussagen zunächst herunter spielten. „Wichtig und entscheidend ist die Auffassung des Ministers und des Staatssekretärs“, sagte in Meppen Landrat Hermann Bröring (CDU). Er wisse in seinem Kampf für den Transrapid „die örtlichen Abgeordneten aller Parteien“ hinter sich. Das gilt in diesem Fall wenigstens für den FDP-Bundestagsabgeordneten Michael Goldmann aus Aschendorf. „Äußerst ärgerlich“ nannte dieser das Interview seines hannoverschen Parteifreundes. „Es wäre doch geradezu absurd, nach so vielen Jahren den Betrieb der Versuchsstrecke einzustellen, wo wir aussichtsreiche Realisierungschancen für eine Anwendungsstrecke in Brasilien haben“, erklärte Goldmann in Berlin.

Seitdem allerdings die Idee einer Transrapidverbindung zwischen der Münchener City und dem Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt endgültig vom Tisch ist, wird immer wieder auch über ein Aus für die Teststrecke in Lathen spekuliert. Nach zähen Verhandlungen hatten sich im vergangenen Sommer Systembetreiber, Bundesverkehrsminister, Landesregierung und der Landkreis Emsland zusammen mit dem besonders am Transrapid interessierten Bauunternehmen Max Bögl auf eine zehnmonatige Fortsetzung des Testbetriebs bis zum April geeinigt. „Wir haben uns im vergangenen Jahr intensiv für die Fortsetzung des Testbetriebs in Lathen eingesetzt“, betonte am Dienstag noch einmal im Gespräch mit dieser Zeitung Minister Bode (FDP). Vor allem neue Fahrwegsträger sollten getestet werden, um den Bau einer Strecke zum Beispiel in Brasilien kostengünstiger hinzubekommen. Mit 575.000 Euro hatte das Land deshalb gut ein Zehntel der insgesamt 5,4 Millionen Euro für die Verlängerung des Versuchsbetriebs übernommen. Eine „erstmalige und vor allem einmalige Zahlung aus der Landeskasse“, wie nun in Hannover betont wird. Mehr sei nicht drin.

Sollte der Testbetrieb tatsächlich eingestellt werden, müsste der Bund die Strecke abreißen. „Im Bundeshaushalt stehen dafür zwar 40 Millionen Euro bereit, aber es ist sinnvoller, dieses Geld für den Weiterbetrieb der Versuchsanlage zu verwenden“, sagte neulich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), vor Parteifreunden im Emsland.

von Bernhard Remmers

Karl Doeleke 25.01.2010