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Niedersachsen Lernklima top, Hilfe für Schüler Flop
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16:45 10.01.2014
Von Saskia Döhner
„Viele Kinder sind überfordert und andere langweilen sich“: Durchwachsenes Fazit nach den Schulinspektionen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Das Unterrichtsklima stimmt, die Kooperation mit außerschulischen Partnern wie Vereinen und Verbänden auch, beim selbständigen Lernen und der Förderung schwächerer Schüler hapert es aber. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung in seinem Abschlussbericht nach sechs Jahren Schul-TÜV. Zwischen 2006 und 2012 sind alle rund 3000 Schulen in Niedersachsen von Inspektoren eingehend untersucht worden. Rund 60 000-mal besuchten Prüfer Unterrichtsstunden. Fast alle Schulen zeichneten sich durch ein gutes Unterrichtsklima und einen wertschätzenden Umgang miteinander aus, sagte Wulf Homeier, Präsident des Landesinstituts am Freitag im Kultusausschuss des Landtages. Auch die Schulleiter seien durchweg positiv bewertet worden: 93 Prozent der Inspektionen bescheinigten ihnen vorbildliches Verhalten.

Nicht gut abgeschnitten haben die Lehrer hingegen beim differenzierten Unterichten: „Die meisten Pädagogen orientieren sich am Mittelmaß, viele Kinder sind überfordert und andere langweilen sich.“ Die Leistungsfähigkeit und das Lerntempo der einzelnen Schüler werde nicht genügend berücksichtigt. Neue Medien wie das Internet würden viel zu wenig in den Unterricht miteinbezogen. „Die Hälfte der Schulen hat dazu nicht einmal ein hinreichendes Konzept“, kritisierte Homeier. Bemerkenswert sei, dass es insgesamt kaum Unterschiede zwischen den Schulformen gebe. Im Zwischenbericht der Inspektion 2008 hatte es noch geheißen, vor allem an den Gymnasien würden Schüler zu wenig zum eigenständigen Lernen angehalten.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) will bei Inspektionen künftig den Schwerpunkt auf die Unterrichtsentwicklung legen. Beratung sei wichtiger als Bewertung, sagte sie: „Unser Ziel ist es, zu einem Dialog auf Augenhöhe mit den Schulen zu kommen.“

Gute Lehrer seien der Schlüssel für gute Schule, sagten Björn Försterling (SPD) und Kai Seefried (CDU). Doch durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer gefährde die rot-grüne Landesregierung das gute Klima an den Schulen.

Klaus Wallbaum 10.01.2014
09.01.2014
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