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Niedersachsen Niedersachsen feiert Sommerfest mit 3500 Gästen
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen feiert Sommerfest mit 3500 Gästen
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23:08 29.06.2009
Von Alexander Dahl
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Die Jazzband Dixie Company aus Hannovers Partnerstadt Posen verlieh dem Fest die musikalische Note. Quelle: Michael Thomas
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Die Woiwodschaften Großpolen und Niederschlesien brachten Jazzmusiker mit, das österreichische Bundesland Steiermark Volksmusik, und die französische Region Haute-Normandie setzte auf ein klassisches Repertoire. „Niedersachsen – Partner in Europa“ lautete das Motto des Festes, zu dem mehr als 3500 geladene Gäste in die Berliner Ministergärten kamen.

Mit der Fete eröffnete Niedersachsen den Reigen der Sommerempfänge. Sie sollten „bis fünf Uhr morgens oder länger“ feiern, gab Ministerpräsident Christian Wulff seinen Gästen mit auf den Weg. Niedersachsen liege seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs in der Mitte Europas; kein deutsches Land habe mehr Nachbarn als Niedersachsen, sagte Ministerpräsident zur Begrüßung. Und weil das Land nach den Worten des CDU-Politikers Europa geradezu vorlebe, sang der Chor des Berliner Händel-Gymnasiums zur Eröffnung der Feier Ludwig van Beethovens inoffizielle Europahymne „Ode an die Freude“ – zur Freude des Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Hans-Gert Pöttering.

Natürlich waren auch viele niedersächsische Landräte dabei, die sich unter die Botschafter verschiedener Länder mischten, etwa aus Estland, Finnland, Liechtenstein, Ungarn, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien und Griechenland. Sogar die Botschafter von Marokko, Japan und Korea feierten mit, und Christian Wulff konnte sich fühlen wie ein richtiger Außenpolitiker.

Für internationales Flair sorgte auch Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses des deutschen Bundestages. Er tauschte sich ausgiebig mit Oldenburger Geschäftsfreunden aus, die in Russland tätig sind. Einer, der in den vergangenen Wochen in ständigem Kontakt mit Wulff stand, kam auch: Ferdinand Piëch, Vorsitzender des VW-Aufsichtsrates. Piëch versucht, Porsche in den VW-Konzern einzugliedern. Von dort erhielt er am Montag eine Absage zu seinen Plänen, und so war Entspannung in der aufreibenden Übernahmeschlacht beim Landesfest willkommen. „Alles wird gut werden“, versicherte Wulff dennoch, auch wenn er am Ende „ein paar weiße Haare mehr“ haben werde.

Niedersachsen eröffnete in Berlin den Reigen der Empfänge mit einem Sommerfest.

Auch der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, Martin Winterkorn, war der Einladung gefolgt. Die Madsack-Verlagsgesellschaft produzierte eine Festzeitung und ließ sie druckfrisch an die Gäste verteilen. Und so war der Vorsitzende der Madsack-Geschäftsführung, Herbert Flecken, gern der Einladung gefolgt. Aus der Landesregierung waren fast alle Minister gekommen. Die CDU hatte auch ihren Landesparteichef und Fraktionsvorsitzenden, David McAllister, an die Spree geschickt. Die FDP kam mit ihrem alten und mit ihrem neuen Wirtschaftsminister, Walter Hirche und Philipp Rösler.

Auch die Bundesprominenz kam zahlreich zu den Niedersachsen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mischte sich unter die Gäste ebenso wie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Zum wiederholten Male zu Gast waren der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Peter Struck, und der FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle. Der liberale Steuerexperte und Bundestagsabgeordnete Carl-Ludwig Thiele aus Osnabrück erinnerte seine Gesprächspartner der CDU an das gerade beschlossene Wahlprogramm – samt der Steuersenkungen.

Auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, feierte wie schon in den Vorjahren bei den Niedersachsen. So europäisch wie die Gästeliste war auch das Kulturprogramm: Aus dem polnischen Niederschlesien waren zwei Pantomimen angereist, während die Gruppe Schultzing, die bereits zweimal den niedersächsischen Jazzpreis erhalten hat, mit amerikanischen Rhythmen begeisterte. Die Landeskasse wurde übrigens am Montag Abend geschont: Sponsoren aus der Wirtschaft trugen das ihre dazu bei, dass sich die Gäste über einen gelungenen Abend freuen konnten: gratis und draußen.