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09:20 26.06.2012
Von Klaus Wallbaum
Foto: Rösler, Merkel und Von der Leyen auf dem Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung.
Rösler, Merkel und Von der Leyen auf dem Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung. Quelle: Michael Thomas
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Berlin

Merkel redet dann noch von „sturmfesten“ und „erdverwachsenen“ Eigenschaften der Landsleute – und davon, Standfestigkeit bei dem windigen Wetter auch zu brauchen. Die Menge klatscht, die Leute sind zufrieden.

Es ist wieder einmal Sommerfestzeit in der niedersächsischen Landesvertretung nahe dem Potsdamer Platz in Berlin. An die 3000 Gäste sind gekommen – so viele wie im vergangenen Jahr. Dabei war doch Sparsamkeit angesagt. Das offizielle Motto lautet dieses Jahr: „Zu Gast bei uns in Niedersachsen“. Inoffiziell könnte es heißen: „Wir können alles auch ein bisschen bescheidener.“

Die Zeiten, da solche Feste prunkvoll sein sollten, waren einmal. Sie sind vorbei, seit mit der Wulff-Affäre das Sponsoring „ein Geschmäckle“ bekommen hat. Air Berlin und AWD, zu Wulffs Zeiten Stammgäste, sind diesmal nicht vertreten. Auch die TUI und die Deutsche Bahn, BHW und der Reifenhersteller Continental fehlen. 130 000 Euro an Sponsorengeld hat das Land eingenommen – mehr als 200 000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Bei Videowänden und Lifestyle-Sesseln hat man gespart.

Auf den Einsatz von Papptellern hat die Staatskanzlei dennoch verzichtet, es bleibt bei Porzellan und Glas.Sogar einige herausragende Ausstellungsstücke der übriggebliebenen Sponsoren verraten etwas von der Vergänglichkeit des Luxus. Volkswagen, diesmal mit Chef Martin Winterkorn und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vertreten, zeigt gleich am Eingang den XL 1, einen Sportwagen, der auf 100 Kilometer mit nur einem Liter Benzin auskommen soll. Es ist zwar ein Auto der Zukunft, aber im Stil erinnert der Flitzer an einen Porsche von einst.

2800 Gäste hat David McAllister zum Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung am Potsdamer Platz in Berlin geladen. Viele sind gekommen.

Ministerpräsident David McAllister geht derweil von Stand zu Stand, probiert Speisen und Getränke – erst Fisch, dann Bier, dann Labskaus, danach Milch, einen Cocktail und Krabben. „Niedersächsische Vielfalt ist das“, meint er und lächelt.

Am Stand des Jade-Weser-Port wird er von der Firma Eurogate auf die Probleme beim Probebetrieb angesprochen – und reagiert leicht unwirsch: „Wir werden noch darüber reden – allerdings im kleinen Kreis und nicht hier.“ Zwischendurch zwingt immer wieder ein kleiner Schauer die Gäste unter die Regenschirme. Politiker der Opposition machen ihre Scherze mit dem Wetter.

David McAllisters Herausforderer Stephan Weil, der selbst für die SPD Ministerpräsident in Niedersachsen werden will, schreibt der Regierung eine „Affinität zum Wasser“ zu: „Erst gehen sie im Zwischenahner Meer baden, nun werden sie beim Sommerfest von Regen heimgesucht.“ Man wird sehen.

Saskia Döhner 24.06.2012
Klaus Wallbaum 22.06.2012
Klaus Wallbaum 21.06.2012