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17:59 19.05.2011
Mit einer Quote von 15,8 Prozent belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich den vorletzten Platz bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Quelle: dpa
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Mit einer Quote von 15,8 Prozent belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich den vorletzten Platz bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, welche die schwarz-gelbe Landesregierung auf Anfrage der Landtagsgrünen veröffentlicht hat. Demzufolge gibt es mit 14 Prozent nur in Nordrhein-Westfalen einen geringeren Betreuungsschlüssel.

Spitzenreiter sind Sachsen-Anhalt (55,9 Prozent), Brandenburg (51 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (50,7 Prozent). Auch Bremen hängt im Ausbau der Plätze mit 16,1 Prozent deutlich zurück. Bei den Quoten für Migrantenkinder ist Niedersachsen ebenfalls Schlusslicht: Nur 5,2 Prozent der bis Dreijährigen und 65,2 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen haben hier einen Betreuungsplatz.

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Unterdessen haben Kita-Mitarbeiter in Niedersachsen in einer Studie des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung angegeben, mehr Unterstützung für die Arbeit mit Kindern mit Migrationshintergrund zu benötigen. In der bundesweit ersten Studie zur interkulturellen Kompetenz von pädagogischen Fachkräften verlangten 87 Prozent der 120 befragten Erzieherinnen mehr Hilfe. 65 Prozent wünschten sich darüber hinaus auch mehr Kollegen, die selber ausländische Wurzeln haben. Die Studie wurde im Auftrag des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung erstellt und am Donnerstag in Hannover vorgestellt.

Der Anteil von pädagogischen Fachkräften mit Migrationshintergrund in den Kitas, der zurzeit bei nur sieben Prozent liege, müsse deutlich gesteigert werden, sagte Forscherin Heidi Keller. Sie hob hervor, der Einfluss von Kultur, Tradition und Muttersprache auf die Bildung und Entwicklung von Kindern werde völlig unterschätzt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte die Bundesländer bereits am Mittwoch zu mehr Engagement bei der Kinderbetreuung aufgefordert. Auch die Universität Köln kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Niedersachsen seine Ausbauziele „nur schwerlich erreichen“ kann. „Sowohl die bisherige Ausbaugeschwindigkeit als auch die Finanzierungsplanung sind nicht ausreichend, um das anvisierte Ziel zu erreichen“, heißt es in dem Gutachten zur Finanzierung der Kinderbetreuungsausbaus.

Die Linke, SPD und Grüne kritisierten angesichts der Zahlen die Arbeit der schwarz-gelben Landesregierung. „Niedersachsen ist bei der Betreuungsquote von Migrantenkindern bundesweit Schlusslicht“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Christa Reichwaldt. Die Grünen sprachen gar von einem „unzureichenden Engagement“ und die SPD von einer „Ohrfeige“ für Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).

Trotz „einer hohen Ausbaudynamik“ gebe es noch viel zu tun, sagte Althusmann. „Für 2011 rechnen wir mit einer Versorgungsquote von rund 20 Prozent.“

dpa