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16:50 11.05.2011
Niedersachsens Wettbewerbshüter machen weiter Druck auf Versorger mit hohen Trinkwasser-Preisen. Quelle: dpa
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Niedersachsens Wettbewerbshüter machen weiter Druck auf Versorger mit hohen Trinkwasser-Preisen. Die Kartellbehörde des Landes verlangt jetzt von den teuersten Anbietern, ihre Tarife ausführlich zu begründen. Sollten die Unternehmen der Forderung nicht binnen Monatsfrist nachkommen, drohen ihnen juristische Konsequenzen. „Das könnte bis zu formalen Kartellverfahren mit Strafgeldern gehen“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch in Hannover. Die Ende Januar vorgestellte jüngste Untersuchung hatte Trinkwasser-Preise ermittelt, die teils um das Sechsfache über den Konditionen des günstigsten Versorgers lagen.

„Die angeschriebenen Firmen müssen ihre Preise rechtfertigen“, erklärte das Ministerium. Während der Durchschnittspreis bei einer Nutzung von 150 Kubikmetern Trinkwasser beim Wasserzweckverband Peine in einem Tarifgebiet bei 3,12 Euro pro Kubikmeter lag, mussten Kunden des Wasserverbands Hümmling in Werlte (Kreis Emsland) laut Vergleich nur 58 Cent dafür ausgeben. Die acht teuersten Versorger bekommen nun Post von der Kartellbehörde und müssen ihre Preispolitik erläutern.

Anerkannt würden als zulässiger Grund für die hohen Preise nur „Kostenfaktoren, die die Versorgungsunternehmen nicht beeinflussen können“, betonte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). Dazu gehörten etwa besondere Belastungen beim Betrieb von Leitungsnetzen in dünn besiedelten Gebieten. Eine bewusste „unternehmerische Entscheidung“ für höhere Preise jenseits solcher Ausnahmekriterien spiele dagegen keine Rolle.

dpa

Karl Doeleke 11.05.2011
Klaus Wallbaum 10.05.2011
09.05.2011