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Niedersachsen Land rechnet mit
 deutlich mehr Asylbewerbern
Nachrichten Politik Niedersachsen Land rechnet mit
 deutlich mehr Asylbewerbern
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00:20 23.06.2014
Foto: Mit einem Protestcamp in Hannover demonstriert eine Gruppe von rund 30 Sudanesen gegen die Asylgesetzgebung in Deutschland.
Mit einem Protestcamp in Hannover demonstriert eine Gruppe von rund 30 Sudanesen gegen die Asylgesetzgebung in Deutschland. Quelle: Holger Hollemann
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Berlin

In Deutschland stellen sich Bund und Länder darauf ein, dass 2014 deutlich mehr Menschen Asyl beantragen werden als in den Jahren zuvor. Das niedersächsische Innenministerium rechnet mit bis zu 16 400 Antragstellern, wie ein Sprecher sagte. Die Zahl könnte allerdings noch höher liegen, da die Prognosen immer wieder nach oben korrigiert werden. Die Länder orientieren sich an den Erkenntnissen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das für das Jahr 2014 bisher von 175.000 Asyl­erstanträgen ausgegangen war. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach am Freitag allerdings bereits von 200.000 erwarteten Anträgen. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland mit rund 127.000 auf den höchsten Stand seit den neunziger Jahren geklettert. In Niedersachsen hatten 10.230 Menschen Asyl beantragt.

„Angesichts der unvorstellbaren Dimension der weltweiten Flüchtlingsproblematik und der oft dramatischen Lage der Menschen sind alle Staaten aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten“, mahnte de Maizière. Dies gelte besonders für die EU-Mitgliedsstaaten. Deutschland übernehme eine besondere Verantwortung für Flüchtlinge, sagte er. Innerhalb der EU nehme Deutschland heute mit großem Abstand die meisten Asylbewerber auf.

In Hannover sind derzeit rund 1260 Flüchtlinge untergebracht. Für den Zeitraum von September 2013 bis September 2014 gilt noch die alte Quote, nach der die Stadt 814 weitere Flüchtlinge aufnehmen muss; in Wirklichkeit dürften es mehr werden. Ordnungs- und Finanzdezernent Marc Hansmann betonte, dass Hannover „selbstverständlich“ seinen Beitrag für die Aufnahme dieser Menschen leisten werde. Er forderte aber zugleich, die Städte und Gemeinden mit dieser Aufgabe nicht alleinzulassen. „Ich erwarte, dass Bund und Land die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge tragen“, sagte Hansmann der HAZ.

Derzeit baut die städtische Immobiliengesellschaft GBH in Hannover für mehrere Millionen Euro Flüchtlingswohnheime. Die Stadt sei damit gut auf die aktuelle Situation vorbereitet, sagte ein Stadtsprecher. Man erwarte aber, dass in den kommenden Jahren weitere Unterkünfte benötigt würden.

Flüchtlinge aus dem Sudan haben unweit des Hauptbahnhofes in Hannover seit vier Wochen ein Protestcamp errichtet. Sie fordern unter anderem ein Bleiberecht in Deutschland und erheben Vorwürfe, sie würden von hiesigen Behörden schlecht behandelt. Zwischenzeitlich waren 29 Flüchtlinge in einen 48-stündigen Hungerstreik getreten; derzeit ist es noch einer. Die Stadt will bald eine Lösung für die Flüchtlinge im Zeltdorf präsentieren.

Andreas Schinkel und Nicola Zellmer

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