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Niedersachsen Land ignoriert Islambeirat
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00:19 17.02.2019
ARCHIV - Ein Junge liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch. In Niedersachsen ist mit dem Islamverbänden strittig, ob auch sexuelle Vielfalt im Grundschulunterricht thematisiert wird.
ARCHIV - Ein Junge liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch. In Niedersachsen ist mit dem Islamverbänden strittig, ob auch sexuelle Vielfalt im Grundschulunterricht thematisiert wird. Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

Das Land Niedersachsen setzt sich bei der Gestaltung des islamischen Religionsunterrichtes über Einsprüche des islamischen Beirates hinweg. Konfliktfall sind das traditionelle Familienbild, das auch der Islam pflegt, und der eher moderne Gedanke der sexuellen Vielfalt. In einem Kerncurriculum für den Islamunterricht war nach Angaben des Kultusministeriums festgehalten, dass auch im Religionsunterricht die „Ablehnung diskriminierender oder ausschließender Verhaltensweisen“ thematisiert werden solle – und zwar „auch im Kontext der Vielfalt sexueller Identitäten“. Doch dies habe der Islambeirat abgelehnt, ebenso wie die Betonung demokratischer Werte und den möglichen Unterrichtsinhalt „Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen“. Wohl aber habe ein muslimischer Theologe, ein Imam, den Texten zugestimmt.

Ministerium macht keine Abstriche

Das Land ist aber nicht gewillt, Abstriche bei seinen Bildungsgrundsätzen zu machen und hat beschlossen nach zweimaliger Ablehnung der Entwürfe für den Unterricht in den Klassen 1 und 4 die Unterrichtsvorschriften ohne den Segen des Beirats abzufassen. Die Bildungsziele Niedersachsens stünden „nicht zur Disposition“, zudem sei der Beirat auch nicht zuständig, „da es sich hierbei nicht um eine theologische Fragestellung handelt“. Auf diese aber beschränke sich die Beratungsfunktion des Beirats. Der Landtag hatte das Kultusministerium vor Jahren aufgefordert, die Kerncurricula auch im Hinblick auf den Gedanken sexueller Vielfalt zu überprüfen. Nun bekommt er die Vorschläge des Ministeriums ohne Einschränkungen zugesandt.

Von Michael B. Berger

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