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Niedersachsen Niedersachsen soll 26000 Stellen abbauen
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen soll 26000 Stellen abbauen
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08:03 28.05.2010
Von Klaus Wallbaum
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Gegenwärtig hat das Land rund acht Millionen Einwohner, auf je 1000 Niedersachsen kommen 20,8 Mitarbeiter im Landesdienst. In 20 Jahren, wenn voraussichtlich nur noch 7,3 Millionen Niedersachsen hier leben, müsse das Land 12000 Beschäftige weniger haben, sofern die Relation bestehen bleiben soll. Nimmt man aber als Maßstab nicht die Einwohnerzahl, sondern die erwerbsfähige Bevölkerung, wird der Zwang zum Personalabbau größer – in diesem Fall müssten 26000 Stellen wegfallen.

Generell sei die Regierung auf den demographischen Wandel – weniger Bevölkerung und einen höheren Anteil an Rentnern und Pflegebedürftigen – „unzureichend vorbereitet“. Dies gelte nicht nur beim Personalabbau, sondern auch für die Neubesetzung von Stellen. In den kommenden zehn Jahren gehen 51 000 Landesbedienstete in den Ruhestand. Es werde aber immer schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden. Besonders spitze sich das Problem von 2015 an zu, wenn jährlich 4500 Beamte pensioniert werden, davon zwei Drittel in Schulen. Aktuell stelle sich die Frage, ob man bis 2015 warten soll oder jetzt die noch verfügbaren Lehrer einstellt – obwohl diese erst in fünf Jahren benötigt werden.

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Die Schülerzahlen sinken, statt heute 930000 werden es in fünf Jahren nur 800000 sein. Schon heute sei die Ausstattung mit Lehrern großzügig – im Vergleich zu 1970 gebe es 14 Prozent weniger Schüler, aber 40 Prozent mehr Lehrer. Dies sei kaum zu rechtfertigen.

In den kommenden zehn Jahren sinke der Bedarf an Lehrern zwischen 8000 und 9000 Stellen, beim Abbau dieser Stellen seien weniger Ausgaben von 500 Millionen Euro jährlich möglich. Das Problem sei, dass sich die Schülerzahl regional sehr unterschiedlich schrumpft – im Kreis Lüneburg nur um 0,5 Prozent, im Kreis Osterode aber um immerhin 27,1 Prozent. Die bisherigen Ankündigungen der Regierung zum Abbau von Stellen sind nach Meinung von Höptner „bei weitem noch nicht ausreichend“.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) versprach eine sorgfältige Analyse, nannte den empfohlenen Abbau von 9000 Lehrerstellen aber „nicht nachvollziehbar“. Der Beamtenbund erklärte, die Vorschläge seien „realitätsfern“. Der Prüfungsausschussvorsitzende Heiner Schönecke (CDU) sagte, die Finanzpolitiker würden den Schulpolitikern den Bericht „als Bettlektüre empfehlen“.

Margit Kautenburger 26.05.2010