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Niedersachsen Bei Enten bleibt der Schnabel dran
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21:02 23.12.2013
Von Saskia Döhner
Das Schnäbelkürzen bei Enten ist ab nächstem Jahr verboten. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Niedersachsen verbietet ab nächstem Jahr das Schnäbelkürzen bei Enten. Die kommunalen Veterinärbehörden dürfen dann keine Sondergenehmigungen mehr für das Amputieren erteilen. „Bei Niedersachsens Enten bleibt ab 2014 der Schnabel dran, und es gibt Wasserzugang zur Gefiederpflege im Zuge neuer Tierschutzstandards“, sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne). Damit wird der Tierschutzplan umgesetzt, den noch Meyers Vorgänger Gert Lindemann (CDU) beschlossen hatte.

In Niedersachsen werden rund eine Million Enten in 700 bis 800 Betrieben gehalten, insgesamt ist das etwa ein Drittel der deutschen Entenproduktion. Darunter sind rund 100 000 Moschusenten, denen bislang - anders als bei Pekingenten - oft der Schnabel gekürzt worden ist. Moschusenten werden in knapp 60 Betrieben überwiegend im Landkreis Cloppenburg gehalten.

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Das Verbot des Schnäbelkürzens bedeutet nach Ansicht der Geflügelzüchter für etwa zwei Drittel der Betriebe das wirtschaftliche Aus. „Es werden wahrscheinlich nur rund 20 weitermachen“, sagte Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Verbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft. Ohne die Kürzung der Schnäbel sei Stallhaltung unmöglich. Die Schlachtereibetriebe würden zunehmend Enten aus benachbarten Bundesländern beziehen.

Agrarminister Meyer sieht das Land hingegen in der Vorreiterrolle. Mit der niedersächsischen Moschusentenvereinbarung würden erstmals wesentliche Standards zur Haltung dieser auch als „Barbarieente“ verkauften Tierart definiert. Dazu gehören auch der Zugang zu Frischwasser, entsprechende Einstreu und Beschäftigungsmaterial für die Vögel. Andere Länder sollten dem Beispiel folgen. „Bloß nicht“, meint der Geflügelzüchterverband, der Niedersachsens Alleingang rügt.

Auch bei Legehennen soll laut Tierschutzplan 2016 mit dem Schnäbelkürzen Schluss sein. Meyer fordert: „Unser Ziel muss sein, Haltungsformen zu schaffen, in denen die Tiere unversehrt und artgerecht leben können.“

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