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Niedersachsen Niedersachsens Beamte dürfen bis 70 arbeiten
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsens Beamte dürfen bis 70 arbeiten
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21:18 21.10.2011
Von Klaus Wallbaum
Fordert eine Reform der Reform: Friedhelm Schäfer. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Sie bekommen 80 Prozent für ihre spätere Pension angerechnet. An Lehrer richtet sich dabei das besondere Angebot, dass sie bei einer sechsjährigen Altersteilzeit jeweils zwei Jahre lang zunächst 80, dann 60 und dann 40 Prozent ihrer Dienstzeit tätig sind und somit gleitend in den Ruhestand wechseln können. „Das ist ein guter Anfang, aber wir wünschen uns höhere Bezüge und eine höhere Anrechnung auf die Pension. Außerdem sollte dieses Angebot nicht nur auf die Lehrer beschränkt sein, sondern für alle im öffentlichen Dienst gelten“, betont der Landesvorsitzende des Beamtenbundes, Friedhelm Schäfer.

Kernpunkt des Gesetzes für die 120.000 niedersächsischen Landesbeamten ist die Pension mit 67 – nicht wie bisher mit 65. Damit plant die CDU/FDP-Koalition eine Anpassung der Bestimmungen an die für Angestellte bereits übliche Praxis. Gleichzeitig soll mehr Flexibilität in die Behörden einziehen: Wer möchte, darf bis zum 68. Lebensjahr tätig bleiben – ein Weg, der bislang nur als absolute Ausnahme erlaubt war. Auf Wunsch des Dienstherrn darf ein Beamter bald sogar bis zur Vollendung seines 70. Lebensjahres arbeiten – oder umgekehrt schon mit 60 gehen. Anfang November soll der Landtag die Reform verabschieden, sie tritt dann Anfang 2012 in Kraft.

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„Wir begrüßen die Öffnung der bislang starren Altersgrenzen, pochen aber darauf, dass die Einbußen bei einer früheren Pension nicht zu groß sind“, betont Schäfer. Für jedes Jahr, das ein Beamter früher in Pension geht, muss er Abstriche in Höhe von 3,6 Prozent von seiner Versorgung hinnehmen. Bei Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten, die schon gleich nach Schulabschluss verbeamtet wurden, kann das die unangenehme Folge haben, dass sie trotz jahrzehntelanger Dienstzeit bei einem frühzeitigen Ruhestand mit drastischen Einbußen rechnen müssen. Der Beamtenbund will erreichen, dass Mitarbeiter mit mindestens 45 Jahren Tätigkeit im Staatsdienst ohne Abschläge schon mit 65 in Pension gehen können.

Das Pensionsalter 67 gilt für die Beamten schrittweise. Für diejenigen, die 1947 geboren sind, erhöht sich das Ruhestandsalter von heute 65 Jahren nur um einen Monat, mit jedem späteren Geburtsjahr verschiebt sich der Renteneintritt dann um einen Monat, vom Geburtsjahr 1959 an um zwei Monate. Alle Beamten vom Geburtsjahr 1964 an werden dann mit dem 67. Geburtstag pensioniert.

Saskia Döhner 21.10.2011
Klaus Wallbaum 21.10.2011