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Niedersachsen Gesundheitsministerin ist gegen Impfpflicht bei Masern
Nachrichten Politik Niedersachsen Gesundheitsministerin ist gegen Impfpflicht bei Masern
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11:56 25.07.2013
Impfpflicht oder keine Impfpflicht? Darüber streiten sich zur Zeit Politiker. Quelle: dpa
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Hannover

Genau wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ist auch die niedersächsische Ressortchefin Cornelia Rundt gegen eine gesetzliche Pflicht zur Masern-Impfung. „Wir setzen nicht auf eine Impfpflicht, sondern auf die Vernunft und die Einsicht – besonders bei den Eltern“, sagte die SPD-Politikerin in Hannover. Es sei aber sinnvoll, Impfausweise zu kontrollieren und Eltern anzusprechen, wenn Kinder in den Kindergarten kommen.

Im Gegensatz zu Süddeutschland sei die Zahl der an Masern Erkrankten in Niedersachsen mit aktuell 14 gemeldeten Fällen noch gering, hieß es aus dem Ministerium. Ob die Zahl nach dem Ende der Sommerferien und der damit verbundenen Rückreise von Urlaubern aus dem Süden ansteigen werde, könne nicht gesagt werden.

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Generell sei die Zahl der doppelt geimpften Schulanfänger in Niedersachsen seit 2002 von knapp über 30 Prozent bis 2011 auf 92,9 Prozent gestiegen, sagte Rundt. Damit noch diese Rate noch höher ausfällt, setze das Land auf Aufklärung. Zudem würden die Kommunen Impfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr aufgrund eines Ministeriumserlasses kostenlos anbieten.

Um dies möglich zu machen, habe Niedersachsen schon vor Jahren mit den Krankenkassen eine Impfvereinbarung geschlossen, sagte Rundt. „Klar ist – je früher wir die Impflücken schließen, desto besser für jedes Kind und desto besser auch für die Allgemeinheit.“

Im Gegensatz zur hohen Impfquote bei den Schulanfängern sieht es bei den Kleinkindern deutlich schlechter aus. Laut dem Mitte Juli vorgestellten Versorgungsatlas der kassenärztlichen Vereinigungen sind nur knapp zwei Drittel der Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr mit den für einen umfassenden Schutz notwendigen zwei Impfungen versorgt.

dpa

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