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Niedersachsen Höhere Standards, höhere Kosten
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22:39 23.10.2014
Von Carola Böse-Fischer
Die Haltung von Tieren in Mastbetrieben, wie auf diesem Hof in Lindern, verliert immer mehr den Rückhalt in der Bevölkerung. Quelle: Carmen Jaspersen
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Hannover

Und sie tue es bereits, wie der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Arendt Meyer zu Wehdel, gestern anlässlich der landwirtschaftlichen Unternehmertage in Oldenburg der HAZ sagte.

Als Beispiel nannte der Kammerpräsident die „Initiative Tierwohl“ der Agrarbranche, mit der ab 2015 höhere Standards in der Tierhaltung wie ein größeres Platzangebot für Huhn und Schwein erreicht werden sollen. Dies bedeute jedoch höhere Kosten für die Betriebe und damit Nachteile im Wettbewerb – wenn die verarbeitende Industrie wie die Fleischkonzerne und Lebensmittelhändler wie Aldi oder Rewe billigeren Agrarprodukten den Vorzug gäben.

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Vor allem den Handelskonzernen komme eine Schlüsselstellung zu, wie Meyer zu Wehdel sagte. „Sie entscheiden, was verkauft wird.“ Damit hätten sie auch Einfluss auf die Glieder der Wertschöpfungskette, an deren Anfang die Landwirte stehen. In der Debatte über die Tierhaltung komme jedoch der Lebensmittelhandel nicht vor, während „der gesellschaftliche und politische Druck“ auf die landwirtschaftlichen Betriebe noch nie so hoch gewesen sei wie heute, sagte Meyer zu Wehdel vor rund 1000 Besuchern der Veranstaltung.

Die Landwirtschaft verschließe sich nicht den neuen Herausforderungen in der Tierhaltung, „aber höhere Standards müssen bezahlt werden“, letztlich vom Verbraucher im Supermarkt. Zugleich warnte der Kammerpräsident davor, zu viel zu schnell von den Bauern zu verlangen. Die Landwirtschaft sei wie ein Riesentanker, dessen Umsteuerung Zeit brauche. Die Investition in einen Schweinestall etwa, der nach altem Standard gebaut worden sei, amortisiere sich erst nach 20 Jahren. Erschwert werde eine Neuorientierung zudem, weil es mit Ausnahme der Tierärztlichen Hochschule in Hannover keine Forschung in der Tierhaltung mehr gebe.

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