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Niedersachsen Niedersachsens SPD will Zugpferd für Aufholjagd sein
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsens SPD will Zugpferd für Aufholjagd sein
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16:31 25.08.2009
Parteivorsitzender der niedersächsischen SPD Garrelt Duin. Quelle: Rainer Droese (Archiv)
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Das anwesende Wahlvolk - laut Landesverband werden es „sicher 6000 Menschen“ sein - kann sich offenbar auf ein wahlkämpferisches Feuerwerk freuen - oder, wie es Duin ausdrückt, zumindest ein „großes Ding“. Auf dem Rednerpult werden neben ihm SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Franz Müntefering stehen.

Treffen Duins Prognosen, die er am Dienstagnachmittag Journalisten vorstellte, zu, wird die SPD in der kommenden Woche eine furiose Aufholjagd starten wie es ihr zuletzt bei der Bundestagswahl 2005 gelang. Zugpferd soll dabei in den gut vier verbleibenden Wochen bis zum Wahltermin am 27. September wieder der niedersächsische Landesverband sein.

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Die Wahlkampfstrategen im Berliner Willy-Brandt-Haus könnten sich traditionell auf die Niedersachsen-SPD verlassen, was die Mobilisierung der Wähler angehe, versichert Duin deshalb selbstbewusst. Dafür werde der Landesverband wie bei früheren Wahlen einen „gewohnt starken Beitrag“ leisten.

Tatsächlich ist Niedersachsen Stammland der Sozialdemokraten. Wenn die SPD hier nicht punktet, dann sieht es für die Partei bundesweit düster aus. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2005 holte der Landesverband in Niedersachsen noch 43,2 Prozent der Stimmen, die CDU landete abgeschlagen bei 33,6 Prozent - auch und vor allem wegen des starken Zugpferds der Sozialdemokraten, dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Die Zeiten haben sich geändert. Bundesweit kommt die SPD derzeit mit dem Kanzlerkandidaten Steinmeier kaum über 25 Prozent hinaus. Und auch in Niedersachsen hat die Partei schon weitaus bessere Zeiten erlebt. Für die diesjährige Bundestagswahl zieht der Landesverband mit dem Ostfriesen Duin als Spitzenkandidat in den Wahlkampf. Spitzenkandidatin der CDU ist Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Ein erster Stimmungstest war die Europawahl im Juni - da holte die niedersächsische SPD desaströse 27 Prozent. Dennoch, sagt Duin, sei man „guter Dinge“. Die Wähler würden schon noch rechtzeitig erkennen, dass man die besseren Konzepte habe.

Wie diese Mobilisierung funktionieren soll, weiß offenbar Matthias Miersch. Duin hat ihn am Dienstag an seiner Seite, weil Miersch auch so eine Art Zugpferd ist. Der 40 Jahre alte Bundestagsabgeordnete ist Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hannover-Land - ihm zufolge mit 10 000 Mitgliedern der größte Landesverband der Sozialdemokraten in Deutschland. 2005 holte Miersch in seinem Wahlkreis über 50 Prozent der Stimmen.

Wie man so etwas wiederholt? Man müsse den Wahlkampf in den kommenden Wochen „so zuspitzen, dass die Leute sehen, worum es geht“, sagt der Jurist. Und das seien im Prinzip „zwei verschiedene Gesellschaftskonzepte“, für die SPD und CDU/CSU stehen. Allein die Union, bedauert Miersch, die wolle ja leider keinen inhaltlichen Wahlkampf führen.

ddp