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Niedersachsen Verfassungsschutz beobachtet radikale Imame
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00:17 30.07.2015
Von Heiko Randermann
Radikale Salafisten wie Pierre Vogel besuchen und predigen regelmäßig in Niedersachsen. Quelle: Uli Deck
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Hannover

Bei der Anfrage geht es nicht um Besuche von gemäßigten Imamen in anderen Gemeinden, die nicht registriert werden, sondern allein um extremistische Prediger. Insgesamt 34 Auftritte von radikalen Imamen, darunter auch der bundesweit bekannte Salafist Pierre Vogel, wurden seit Januar 2013 bei der Polizei Niedersachsen registriert. So sei Vogel noch im Mai bei der Deutschsprachigen Muslimischen Gemeinschaft in Braunschweig aufgetreten, heißt es in der Antwort. Andere Imame, wie etwa der Berliner Ahmed Armih und der Leipziger Salafist Hassan Dabbagh seien regelmäßig in Hildesheim und Hannover zu Gast gewesen.

Aufrufe zur Gewalt oder zum Dschihad soll es bei den Predigten nicht gegeben haben, die Verfassungsschützer nehmen die Auftritte gleichwohl sehr ernst. Denn auch Salafisten lehnen Demokratie und die westliche Gesellschaftsordnung ab und vertreten einen dogmatischen Ur-Islam. Hier gebe es große Gemeinsamkeiten auch mit gewaltbereiten Dschihadisten.

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Träger dieser Lehre sei "ein internationales Prediger- und Gelehrtennetzwerk, an das auch Deutschland und Niedersachsen angeschlossen ist", heißt es in der Antwort der Landesregierung. Diese Vernetzung sei ein wesentliches Vehikel für die Verbreitung der salafistischen Ideologie. Einige Prediger seien sogar aus dem Libanon oder Saudi-Arabien nach Niedersachsen gekommen, die meisten aber hätten ihren Wohnsitz in einem anderen Bundesland.

Für FDP-Landeschef Stefan Birkner ein alarmierendes Signal: "Es zeigt, dass wir in Niedersachsen eine sehr aktive islamistische Szene haben." Außerdem werde klar, dass Radikalisierung nicht nur über das Internet erfolge, sondern eben auch im direkten Kontakt mit radikalen Predigern. Der Salafismus müsse deshalb weiter beobachtet und die Präventionsstelle des Landes weiter ausgebaut werden. "Auf Dauer wird das nicht ohne zusätzliche Personalressourcen gehen", so Birkner.

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