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Niedersachsen Behinderte Kinder sind dabei
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00:15 07.08.2013
Von Marina Kormbaki
Behinderte und Nichtbehinderte Kinder sollen in Niedersachsen zukünftig gemeinsam lernen. Quelle: dpa
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Hannover

Behinderte Kinder sind bislang nur in vereinzelten Integrationsklassen in Regelschulen aufgenommen worden. Ansonsten besuchen sie Förderschulen. Das gilt zum Beispiel auch für verhaltensauffällige Schüler. Mit der Inklusion, die jetzt im Schulgesetz verankert ist, haben grundsätzlich alle Schüler das Recht, eine Regelschule zu besuchen.

Themenwoche

Diese Woche dreht sich in der HAZ alles um ein Zukunftsthema: die Kinder – und ihre Eltern. Wie gut sind die neuen Kita-Angebote, wer nimmt das Betreuungsgeld in Anspruch? Und: Gelingt der Start ins neue Schuljahr? Antworten gibt die HAZ-Themenwoche „Kinder, Kinder“ – in der gedruckten HAZ, auf HAZ.de, den Tablet-Apps HAZ sonntag und HAZ 24.

„Natürlich unterstützen wir die inklusive Schule – aber bei der Schaffung richtiger Rahmenbedingungen fühlen wir uns im Stich gelassen“, sagt Gitta Franke-Zöllmer, Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, der vor allem Grundschullehrer vertritt. Der Rechtsanspruch gilt für alle Erstklässler – bei den weiterführenden Schulen startet die inklusive Schule zunächst mit Klasse fünf. Das Land stellt für Grundschulklassen, in denen Kinder mit Förderbedarf sitzen, Lehrer für zwei Förderstunden pro Woche zur Verfügung – „zu wenig und zu pauschal“, sagt Franke-Zöllmer: „Besonders die Kollegen in kleinen Grundschulen haben die Sorge, damit dem Anspruch an inklusive Schule nicht gerecht werden zu können.“ Zudem hätten die Grundschullehrer großen Fortbildungsbedarf.

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Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert, dass bei der Organisation der Inklusion zu viel Arbeit bei den beteiligten Schulen hängen bleibe. So müssten Förderschulen die Vermittlung ihrer Lehrkräfte an Grundschulen quasi neben dem eigentlichen Schulbetrieb bewerkstelligen. „Wenn man Inklusion richtig organisieren will, braucht man dafür Zeit“, sagt GEW-Chef Eberhard Brandt. Er fordert die Schaffung darauf spezialisierter Steuerungsstellen auf Ebene der Landesschulbehörden.

Wie viele beeinträchtigte Kinder zum neuen Schuljahr auf Regelschulen gehen werden, ist noch unklar. Die Rückmeldungen vieler Grundschulen stehen noch aus, zudem sind noch nicht alle Förderbedarfsfeststellungen abgeschlossen.

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) zeigt Verständnis für die Sorgen der Lehrer. Sie  verspricht für die Zukunft mehr Unterstützung: „Wir haben im Haushaltsplan ab 2014 eine deutliche Aufstockung der Mittel für Fort- und Weiterbildung in diesem Bereich vorgesehen.“

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