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Niedersachsen Tod des Sozialexperten Böhlke erschüttert die CDU
Nachrichten Politik Niedersachsen Tod des Sozialexperten Böhlke erschüttert die CDU
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00:24 09.07.2014
Von Michael B. Berger
Foto: Plötzlich verstorben: Norbert Böhlke (59) von der CDU.
Plötzlich verstorben: Norbert Böhlke (59) von der CDU. Quelle: HAZ
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Hannover

Unter den Sozialfachleuten aller Fraktionen hatte er einen guten Ruf. Innerhalb der CDU-Landtagsfraktion war Norbert Böhlke ausgesprochen beliebt. Schnell machte die Nachricht von seinem plötzlichen Tod die Runde. Vor wenigen Tagen war er ins Universitätskrankenhaus Hamburg Eppendorf eingeliefert worden, wo der 59-jährige frühere Speditionskaufmann am Sonnabend starb. Eine kurze, schwere und tückische Krebserkrankung führte zu seinem Tod. Umso größer ist die Betroffenheit in der CDU. „Wir trauern um einen liebenswerten Kollegen – wir haben einen Freund verloren“, formulierte CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler. Böhlkes ruhige, entgegenkommende Art und seine sachliche Einschätzung – auch in hitzigen Debatten – werde die Fraktion sehr vermissen.

Auch CDU-Chef David McAllister zeigte sich fassungslos über den plötzlichen Tod Böhlkes, den er noch vor zehn Tagen fröhlich im Landesvorstand erlebt habe. „Er hinterlässt eine große Lücke.“ Böhlke war von 1990 bis 1994 Landtagsmitglied, und dann von 2003 bis heute. Vor seiner Zeit als Landtagsabgeordneter arbeitete er bei der Spedition Kühne und Nagel, zuletzt als freigestellter Betriebsratsvorsitzender. Der Abgeordnete hinterlässt eine Frau und zwei Söhne im Alter von elf und 15 Jahren.
Wer Böhlkes Platz im Landtag einnehmen wird, ist noch nicht sicher. Auf der Nachrückerliste stehen mit den früheren Ministern Bernd Althusmann (Platz eins) und Uwe Schünemann (Platz zwei) Schwergewichte der alten Regierung. Auch die dritte Nachrückerin, Heidemarie Mundlos aus Braunschweig, ist im Parlament keine Unbekannte. Doch Althusmann dürfte nach den Worten der Landeswahlleiterin ausscheiden, weil er keinen festen Wohnsitz mehr in Niedersachsen hat.

Der frühere Kultusminister ist vor sechs Monaten mit seiner Familie nach Windhuk umgezogen, wo er das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung für Namibia und Angola leitet. Seine „Zelte“ in Lüneburg hat er nach eigenen Worten komplett abgebrochen. Althusmann sagte der HAZ: „Ich habe bei der Adenauer-Stiftung einen Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen, arbeite hier gern.“ Eine Rückkehr 2017 in den Landtag, eine erneute Bewerbung um ein Mandat schließe er aber nicht aus, sagte Alt­husmann. Uwe Schünemann, der in zwei Kommunalwahlen als Bewerber aufgetreten ist (in Hameln und in Höxter), aber verloren hatte, wollte sich derzeit nicht zu seinen Zukunftsplänen äußern. Er gab der HAZ nur freundlich „kein Kommentar“ zu Protokoll.

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