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Niedersachsen Eine angenehme Umstellung
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00:20 27.09.2014
Der Eindruck kann fast täuschen, dass es sich um ein Provisorium handelt: Bei der ersten Landtagssitzung im Georg-von-Coelln-Haus waren sich ausnahmsweise alle einig. Quelle: Alexander Körner
Hannover

„Ist doch wunderbar, die Akustik stimmt, sie ist sogar ausgesprochen gut. Und so eng ist es auch nicht“, sagt Thomas Adasch. Und strahlt. Der CDU-Landespolitiker freut sich nicht nur mit Blick auf den neuen Übergangsplenarsaal, den die 137 Abgeordneten am Mittwoch zum ersten Mal bezogen haben. Auch im Hinblick auf seine Töchter Greta und Paula (beide erst fünf Monate alt), die mit Mutter Tanja oben in der kleinen Cafeteria im Georg-von-Coelln-Haus Platz genommen haben. „Hier fehlt nur ein Wickeltisch“, sagt Tanja. „Wir können zum Wickeln ja in mein Büro gehen“, sagt der Ehemann und Abgeordnete.

Tatsächlich sind sich an diesem Mittwoch alle einig: Der Übergangsplenarsaal ist zwar ein bisschen eng, aber ausgesprochen hell und praktisch. „Das nahezu perfekte Äußere könnte darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um ein Provisorium handelt“, sagt Landtagspräsident Bernd Busemann zur Eröffnung des neuen „Hohen Hauses“, das direkt gegenüber der hannoverschen Marktkirche liegt. Bis 2017 werden die Abgeordneten hier in der ehemaligen Eisenwarenhandlung tagen, die zum Landtagssaal umgebaut wurde. „Traumschön“, meint die Abgeordnete Doris Schröder-Köpf (SPD) und schaut auf die Jugenstilpfeiler. Es sei doch auch gut, wenn die „Maschinerie der Politik“ in einem optisch gelungenen Gebäude arbeite. „Und was ich von meinem Platz ganz besonders genieße, das ist der freie Blick nach draußen, auf die Marktkirche.“ Dort stehen an diesem Mittwoch etwa zwei Dutzend Afrikaner und trommeln für ein „Bleiberecht für alle“.

Dafür geht es drinnen wesentlich dezenter zu als im alten Plenarsaal. Trommelten die Abgeordneten früher ihren Beifall so heftig auf die Bänke, dass Besucher zusammenzuckten, rauscht jetzt ein eher dezenter Beifall auf. „Ist schon eine Umstellung, wenn man seinen Tisch nicht als eingebaute Trommel benutzen kann“, meint der FDP-Mann Christian Grascha. Aber durchaus angenehm findet der Liberale, der sich auch auf Zwischentöne versteht, die Umstellung.

Zum Kammerton der neuen Gemeinsamkeit passt auch die Resolution, mit der sich alle vier Landtagsfraktionen differenziert gegen neue Formen des Antisemitismus wenden, zu dem manche politischen Diskussionen über die Nahostfrage missbraucht werden. Michael Fürst von den Jüdischen Gemeinden Niedersachsens und Yazid Shammout, Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde in Niedersachsen, sitzen auf den Zuhörerstühlen. Sie haben den Landtag zu dieser gemeinsamen Stellungnahme angeregt.

„Angenehm überrascht“ von der Atmosphäre ist auch der SPD-Abgeordnete Christos Pantazis. Er hat durch den Umzug jetzt sogar etwas mehr Platz und Beinfreiheit als früher. Die Erklärung dafür sitzt rechts vorne an der Regierungsbank - Ministerpräsident Stephan Weil. „Er ist mein Nebenmann als Abgeordneter, und weil er regiert, braucht er hier hinten seinen Platz nicht“, sagt der SPD-Abgeordnete. Der Grüne Helge Limburg findet es gut, dass der Landtag „mitten in der Stadt und nicht aufs Messegelände“ gezogen ist, wie auch kurz erwogen worden sei. Und dass die Grünen und die FDP bis 2017 einen kürzeren Weg von ihren Büros ins Plenum haben, weil sie nebenan in einem Landtagsnebenbau arbeiten, sei gegenüber den großen Fraktionen „nur gerecht“.

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