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Niedersachsen Özkan: „Ich stehe unter besonderer Beobachtung“
Nachrichten Politik Niedersachsen Özkan: „Ich stehe unter besonderer Beobachtung“
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18:51 03.08.2010
„Jede neue Aufgabe bringt Herausforderungen mit sich": Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan sieht ihre ersten 100 Tage im Amt positiv.
„Jede neue Aufgabe bringt Herausforderungen mit sich": Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan sieht ihre ersten 100 Tage im Amt positiv. Quelle: Daniel Marcus Kunzfeld
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Sie selbst sagt im Interview: „Meine Bilanz ist sehr positiv.“ Aber auch: Manches sei „ein bisschen unglücklich gelaufen.“

100 Tage sind Sie jetzt im Amt - wie bewerten Sie ihre bisherige Arbeit?
Özkan: „Meine Bilanz ist sehr positiv. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich in der kurzen Zeit bewegt habe. Wenn man schaut, wie die Entwicklung war - der Wechsel des Ministerpräsidenten, die Vorbereitung auf die Haushaltsklausur - dann ist uns das alles gut gelungen. Ich will durch meine Arbeit überzeugen, und diese sollte auch im Vordergrund stehen. Und da bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden.“

Sie sind in den vergangenen Wochen immer wieder mit Ihren Vorschlägen angeeckt, auch in den eigenen Reihen. Hatten Sie sich den Start ins Amt so schwierig vorgestellt?
Özkan: „Jede neue Aufgabe bringt Herausforderungen mit sich. Ich würde das nie als schwierig bezeichnen, wenn man etwas neu beginnt. Ich merke, dass ich unter einer besonderen Beobachtung stehe. Das ist aber weder eine Bürde noch erleichtert es mir die Arbeit. Viele Dinge werden in der heutigen Zeit sehr schnell überspitzt und leider auch missverstanden - auch wenn das Wort jetzt immer wieder strapaziert wird. Aber wichtig ist, dass ich mich davon nicht beirren lassen möchte.“

Welche Schlüsse ziehen Sie aus den Schwierigkeiten der letzten Wochen?
Özkan: „Ich glaube, es muss möglich sein, Dinge zu diskutieren und neue Ideen aufzugreifen. Das ist jetzt ein bisschen unglücklich gelaufen. Wichtig ist aber, dass der Dialog entscheidend ist. Für uns im Haus muss die Sensibilität gelten, zu schauen, wie wir Themen und Ideen inhaltlich aufbereiten. Aber für mich ist wichtig, und das kann ich mitnehmen, dass man sich nie vom Stimmungspendel leiten lassen darf, sondern von unseren eigenen politischen Überzeugungen und Ideen - die man aber auch mal verwerfen kann, das ist auch durchaus legitim.“

Die Schonzeit für Sie als Ministerin ist nach den ersten drei Monaten nun vorbei - mit welchem Gefühl gehen Sie wieder an die Arbeit?
Özkan: „Ich habe in den 100 Tagen unendlich viel Zustimmung und ehrliche Anteilnahme zahlreicher Menschen bekommen und mich sehr darüber gefreut. Es muss Realität werden, dass Deutsche mit Migrationshintergrund politische Verantwortung übernehmen können und dass ihnen alle Chancen offen stehen. Zudem haben wir jetzt eine gute Ausgangssituation, weil wir uns nun natürlich auch über den Haushalt im Klaren sind. Wir kennen die Rahmenbedingungen, wir wissen, was wir in diesem und im nächsten Jahr schaffen wollen. Das Inhaltliche muss im Mittelpunkt stehen.“

dpa