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Niedersachsen Özkan sucht den Dialog mit den Medien
Nachrichten Politik Niedersachsen Özkan sucht den Dialog mit den Medien
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14:27 16.08.2010
Niedersachsens Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) Quelle: dpa
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Mit einem „Runden Tisch“ möchte Niedersachsens Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) einen „offenen und fruchtbaren Dialog“ zwischen Migrantenorganisationen und Medien vermitteln. Bei der wegen einer zunächst geplanten „Mediencharta“ umstrittenen Auftaktveranstaltung sagte Özkan am Montag in Hannover vor mehr als 50 Teilnehmern, der auf verschiedenen Ebenen schon existierende Austausch sollte gebündelt werden. Dabei sei ihr bewusst, dass Medien unabhängig sind und „das soll auch so sein“.

In der Charta sollten sich Medien auf eine sensible Berichterstattung zum Thema Migration-Integration verpflichten. Niedersachsens Ministerpräsident (MP) David McAllister (CDU) hatte nach Protesten das Papier jedoch für erledigt erklärt. Sein noch in der Einladung angekündigtes Eingangswort am „Runden Tisch“ hatte er laut Regierungssprecher Franz Rainer Enste in der vergangenen Woche für Projekte in Bremervörde abgesagt. „Der Termin war wohl nicht mit dem MP abgestimmt. Deshalb hat er andere Termine angenommen“, sagte Enste auf Anfrage.

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In Niedersachsen sind 16 Prozent der Bevölkerung Menschen mit Migrationshintergrund, sagte Özkan. Sie kämen aus 195 Ländern der Welt. Knapp 30 Prozent der unter Sechsjährigen stammten aus solchen Familien. Der Dialog zwischen Migrantenorganisationen und Medien sollte dazu führen, dass junge Menschen ausländischer Herkunft sich für Nachrichten interessieren, einen Weg in die Vielfalt der Medienlandschaft finden und stärkere Medienkompetenz entwickeln.

In Kurzstatements von Medien- und Migrantenvertretern wurde ein unterschiedliches Verständnis der Aufgaben von Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen und Online deutlich. Für Journalisten haben Medien keinen Erziehungsauftrag. Sie sind nicht Motor gesellschaftlicher Entwicklungen, sondern bilden ab und stellen dar. Die Vorsitzende des Niedersächsischen Integrationsrates (NIR), Koralia Sekler, vermisst dagegen in allen journalistischen Formaten Experten und auf allen Redaktionsebenen „Menschen mit Migrationshintergrund“.

Und einen ganz konkreten Wunsch hatte die Integrationsministerin dann doch an die Runde: Sie sucht ein neues Wort für „Menschen mit Migrationshintergrund“ Das ist „ein sehr technischer Begriff“.

dpa