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Niedersachsen Opposition wettert gegen Massentierhaltung
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17:14 24.09.2009
„Auf jeden Emsländer kommen 130 Hühner“, sagte die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Quelle: Udo Heuer (Archiv)
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Er warf Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) vor, nichts gegen immer mehr neue Ställe zu unternehmen.

Aus der Antwort der Landesregierung auf eine Grünen-Anfrage geht hervor, dass Anfang 2009 allein im Landkreis Emsland Geflügelställe für knapp zwölf Millionen Tiere geplant waren. Im Landkreis Vechta war Platz für mehr als fünf Millionen Tiere in Planung. „Auf jeden Emsländer kommen 130 Hühner, zusätzlich noch drei Schweine pro Kopf“, sagte die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Karin Stief-Kreihe.

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Die Folgen von immer mehr Stallbauten seien laut Meyer nicht unerheblich. „Es gibt Geruchsemissionen, Feinstaub und auch Böden werden durch die Gülle belastet.“ Auch Tierseuchen würden durch die Massentierhaltung begünstigt. Sollte sich an dem „Bauboom“ nichts ändern, würden sich die „Agrarsteppen“ im Westen Niedersachsens weiter auf das gesamte Land ausdehnen.

Ehlen wies die Vorwürfe zurück. „Der Bau von Ställen kann nicht mir Tierseuchen in Verbindung gebracht werden“, sagte der Minister und bezeichnete die Kritiker der Opposition als „Oberbedenkenträger“. Zudem wolle man nicht regulierend aus Hannover eingreifen, sondern es den Regionen und Kommunen überlassen, wie die landwirtschaftlichen Betriebe ausgeprägt werden.

Die Grünen forderten dagegen, die Privilegierung für Stallbauten im Außenbereich aufzuheben. „Dadurch gibt es für die Kommunen und Regionen keine Handhabe gegen den Bau von Großställen“, sagte Meyer. Das Landwirtschaftsministerium hielt dagegen. „Das Instrument ist da, es muss nur konsequent genutzt werden“, sagte ein Sprecher. Die Kommunen müssten die Flächen lediglich als Wohnungs-Baugebiet erklären. „Häufig wollen die Kommunen aber, dass Ställe gebaut werden“, sagte der Sprecher.

Die Fraktionen von CDU und FDP wiesen in der Debatte auf die positiven Folgen für die besonders von der Landwirtschaft geprägten Regionen hin. „Das Oldenburger Münsterland gilt als Boomland, auch im Hinblick auf Arbeitsplätze“, sagte Jan-Christoph Oetjen (FDP).

lni

Klaus Wallbaum 23.09.2009
Michael B. Berger 23.09.2009
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