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Niedersachsen Oppositionsparteien sollen Gorleben-Akten einfordern
Nachrichten Politik Niedersachsen Oppositionsparteien sollen Gorleben-Akten einfordern
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10:30 08.07.2009
Castortransport nach Gorleben.
Castortransport nach Gorleben. Quelle: David Hecker/ddp
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Die niedersächsische Staatskanzlei hatte am Wochenende signalisiert, dass diese Unterlagen den Mitgliedern des Umweltausschusses zur Einsicht ausgehändigt werden könnten. Auf dieses Angebot müssten die Oppositionsparteien des Landtags unverzüglich reagieren, forderte der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke, am Mittwoch.

Die brisanten Akten stammen aus den siebziger Jahren und könnten nach einem Pressebericht Aufschluss darüber geben, wie 1977 unter dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) der Standort für das damals geplante „nukleare Entsorgungszentrum“ ausgesucht wurde - nach rein fachlichen Kriterien oder politischen.

Ein Sprecher der Staatskanzlei hatte die Herausgabe der Akten nach Erscheinen des Berichts zunächst verweigert mit der Begründung, sie seien vertraulich. Am vergangenen Wochenende revidierte der Staatssekretär Olaf Glaeseker die Äußerungen des Sprechers jedoch. Mitglieder des Umweltausschusses dürften die Akten lesen, allerdings nicht aus ihnen zitieren, sagte er.

Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass nun drei Dekaden nach der Wahl Gorlebens ans Licht kommen wird, dass kein belastbarer Kriterienkatalog hinsichtlich der Qualität von Salzstöcken existiert habe. Vielmehr haben allein die Zonenrandlage und die dünne Besiedlung des Wendlands den Ausschlag für die Wahl Gorlebens als Endlager gegeben.

ddp