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Osnabrück: Polizei nimmt Mann fest, der sich in Berlin in die Luft sprengen wollte

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17:06 21.06.2019
Die Sicherheitsbehörden haben einen 33-Jährigen festgenommen, der Familienmitgliedern etwas antun wollte. Quelle: Swen Pförtner
Osnabrück/Hannover

Aus Gründen der Gefahrenabwehr hat die Polizei einen 33-jährigen Mann in Gewahrsam genommen, der offenbar in Berlin eine Gewalttat verüben wollte. Wie Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitagmorgen im Landtag mitteilte, wurde der Verdächtige am Mittwoch in Osnabrück festgesetzt. Der amtsbekannte Gewalttäter habe angekündigt, sich in Berlin in die Luft sprengen zu wollen, sagte Pistorius. Er wolle Personen aus seiner Familie etwas antun, so der Minister, und wolle den Märtyrertod sterben.

Terroristische Straftat stand bevor

Nach Angaben des Innenministeriums bleibt der Mann zunächst für 14 Tage in Haft – das habe das zuständige Amtsgericht am Donnerstag erklärt. Das Gericht gehe davon aus, dass „eine terroristische Straftat“ bevorstand, die nur durch die Festsetzung des Mannes verhindert werden konnte. Zu dieser Entscheidung habe unter anderem beigetragen, dass der 33-Jährige als impulsiv und gefährlich galt.

Die Ermittler versuchen nun zu klären, wie konkret die möglichen Anschlagspläne waren. Bis zum jetzigen Zeitpunkt seien „keine Hinweise auf einen religiös oder politisch extremistischen Hintergrund erkennbar“, so das Innenministerium. Weitere Personen sollen nicht beteiligt sein.

Mann soll abgeschoben werden

Der Mann stamme aus dem Libanon und habe die palästinensische Volkszugehörigkeit. Er sei ein vollziehbar ausreisepflichtiger Asylbewerber, wie eine Sprecherin des Innenministeriums bestätigte. Das Land versuche aktuell, Ersatzpapiere zu beschaffen, um ihn abzuschieben.

In der Vergangenheit sei der Mann immer wieder durch Gewaltdelikte auffällig geworden, sagte Pistorius. „Er galt als Hochrisikofall im Bereich häuslicher Gewalt und ist erst im Februar aus der Haft entlassen worden“, sagte der Innenminister. Laut Berichten der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ soll der Mann seine Frau verprügelt, gewürgt und mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Er soll außerdem versucht haben, das gemeinsame Kind zu entführen.

Neues Polizeigesetz ermöglicht längere Präventivhaft

Das im Mai beschlossene neue niedersächsische Polizeigesetz ermöglicht für eine bessere Terrorismusbekämpfung eine Präventivhaft für Gefährder von bis zu 35 Tagen. Nach einem ähnlichen Fall von angedrohter Gewalt hatte die niedersächsische Polizei vor einem Jahr einen 19-Jährigen aus Bielefeld eine Woche lang in Langzeitgewahrsam genommen. Familienmitglieder hatten angegeben, dass der junge Mann ihnen von einer Radikalisierung und einer nicht näher konkretisierten Gewalttat berichtet habe. Die Drohung erwies sich als gegenstandslos.

Von Johanna Stein und Marco Seng

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