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Niedersachsen Schüler kritisieren AfD mit Theaterstück – Partei wehrt sich
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Osnabrück: Schüler kritisieren AfD mit Theaterstück – Partei wehrt sich

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09:00 13.06.2019
„Danke dafür, AfD“: Osnabrücker Schüler kritisieren die Partei in einem Theaterstück. Quelle: Markus Scholz/dpa
Osnabrück

Mit einer Theaterinszenierung haben Schüler der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück die AfD in Rage gebracht. Die Elftklässler kritisieren die Partei im Stück „Danke dafür, AfD“ und machen sie für den Rechtsruck in der Gesellschaft verantwortlich. Mehrere AfD-Vertreter reagierten empört, der Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher Harm Rykena besuchte am Mittwoch sogar die Gesamtschule für ein Gespräch mit dem Schulleiter. „Die Schulleitung muss sich von der Aufführung distanzieren und eine parteipolitische Instrumentalisierung ihrer Schüler unterbinden“, hatte Rykena bereits kurz nach der Aufführung Mitte Mai gefordert.

AfD: „Ungeheuerliche Falschdarstellung“

Die Theatergruppe der Gesamtschule stelle die Partei „in einen Zusammenhang mit Holocaust, Massenerschießungen und einer Verrohung der Gesellschaft“, beklagt Rykena. Die Schüler zitieren in dem Stück Tweets von AfD-Politikern, stellen aber auch Erschießungen und Gaskammerszenen dar, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete. „Diese Theateraufführung ist eine ungeheuerliche Falschdarstellung einer demokratisch gewählten Partei und eine eindeutige Verletzung der schulischen Neutralitätspflicht“, sagt der Landtagsabgeordnete.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kritisiert die AfD im Umgang mit den Schulen im Land. „Wir hatten jetzt schon mehrere Fälle, bei denen die AfD versucht hat, schulisches Engagement zu torpedieren“, sagt Tonne, „da steckt System dahinter, die Schulen sollen verunsichert werden.“ Er habe großen Respekt vor Schulleitung und Lehrern der Osnabrücker Gesamtschule. „Die lassen sich nicht einschüchtern“, sagt Tonne. Die politische Bildung sei Teil der Schulen – „und daran ändert auch dieses lächerliche Meldeportal nichts“, sagt Tonne und bezieht sich auf das Onlineportal der Partei, auf dem Schüler und Eltern Lehrer melden können, die aus ihrer Sicht zu einseitig über die AfD informieren.

„Angriff auf Meinungsfreiheit“

Auch die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Julia Willie Hamburg kritisiert die Reaktion der AfD als „Angriff auf die Kultur- und Meinungsfreiheit“. Wer so auf Kritik reagiere, könne nicht gleichzeitig für sich beanspruchen, die demokratischen Grundwerte wie Freiheit und Toleranz zu vertreten, sagt Hamburg.

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Von Johanna Stein

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