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Niedersachsen Polizeigewerkschaft fordert Castor-Stopp
Nachrichten Politik Niedersachsen Polizeigewerkschaft fordert Castor-Stopp
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14:09 04.09.2011
Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Niedersachsen fordert einen Castor-Stopp. Quelle: dpa
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Hannover

Nach dem Anstieg von Strahlenwerten am Atommüll-Zwischenlager Gorleben hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Niedersachsen einen Castor-Stopp gefordert. „Wenn hier nicht alle Zweifel für eine gesundheitliche Gefährdung beseitigt werden, darf der Castor nicht rollen“, erklärte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Thomas Kliewer.

Die erhöhten Werte hätten die Polizisten verunsichert. „In den vergangenen Jahren waren meine Kollegen unter anderem direkt im Zwischenlager untergebracht“, sagte Kliewer weiter. Hier müsse die Fürsorgepflicht über allen rechtlichen Verpflichtungen stehen.

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Kliewer forderte zudem erneut eine finanzielle Beteiligung des Bundes und anderer Länder an dem Castor-Transport. Bereits jetzt seien für die Anmietung von Hotels und Containern mehrere Millionen Euro Ausgaben aufgelaufen. Das seien Mittel aus dem Polizeihaushalt.

Zuvor hatten unter anderen bereits Niedersachsens Grüne einen Stopp des nächsten Castor-Transports gefordert. Die endgültige Entscheidung, ob es 2011 einen Castor-Transport nach Gorleben gibt, fällt voraussichtlich im Oktober.

Vor rund einer Woche wurden bei Messungen am Zwischenlager im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Strahlenwerte festgestellt. Daraufhin hat das niedersächsische Umweltministerium verlangt, dass der Betreiber bis Ende September Maßnahmen zum besseren Schutz vor der Radioaktivität vorschlagen muss. Nur wenn das Ministerium diese für geeignet hält, die in der Umgebung messbare Strahlenbelastung zu senken, ist die Einlagerung weiterer Castor-Behälter möglich.

Als mögliche Maßnahme brachte der Betreiber bereits ein Umstellen der Castor-Behälter innerhalb der Halle ins Gespräch. Ob dies die Strahlenbelastung ausreichend senken kann, ist noch nicht klar. Im Juli bereits waren Behälter im Lager umgestellt worden. Die Aufforderung dazu kam vom Bundesumweltministerium und hatte keine Strahlenschutzgründe.

dpa

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