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Niedersachsen Positive Bilanz bei Lehrstellen
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21:32 13.10.2009
Von Bernd Haase
Positive Bilanz: Statistisch gesehen gibt es in diesem Jahr in Niedersachsen mehr Lehrstellen als Bewerber. Quelle: ddp
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Rein statistisch gibt es sogar mehr Lehrstellen als Bewerber: 891 unvermittelten Jugendlichen standen Ende September 1371 unbesetzte Lehrstellen gegenüber, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Hannover mitteilte.

Zwar sank die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Jahr leicht. Da aber zugleich auch die Zahl der Altbewerber aus dem Vorjahr zurückging, ergab sich unter dem Strich eine positive Bilanz. Während die Zahl der Haupt- und Realschüler auf dem Ausbildungsmarkt sank, stieg der Anteil der Bewerber mit Abitur. Die Arbeitsagentur spricht von einer „insgesamt positiven Situation“. Der Fachkräftemangel habe Betriebe und Unternehmen auch in der Krise dazu getrieben, sich für die Ausbildung von Nachwuchskräften zu entscheiden. Bei der Agentur seien knapp 46.000 Ausbildungsstellen gemeldet worden, dies waren 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Auch in der Region Hannover zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Hier sind noch gut 300 von ursprünglich 6500 registrierten Bewerbern ohne Lehrstelle und damit so wenig wie zuletzt vor drei Jahren. Allerdings ist auch die Zahl der noch offenen Plätze mit 140 geringer als zuletzt. „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist ungebrochen“, sagte Katharina Baier von der Handwerkskammer Hannover. Ähnlich äußert sich Gerd Spevacek, zuständig für Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer. Lediglich bei den Industriebetrieben habe die Wirtschaftsflaute zu einem Rückgang beim Lehrstellenangebot geführt.

Gut 1000 Bewerbern griffen Arbeitsagentur und Jobcenter mit Maßnahmen beim Berufseinstieg unter die Arme. Als Erfolgsmodell gilt dabei die sogenannte Einstiegsqualifikation, das sind geförderte Firmenpraktika. 70 Prozent der Teilnehmer würden von den Betrieben direkt in die Ausbildung übernommen. Einen Ausblick für 2010 wollten die Kammern nicht geben: „Das ist schlecht einzuschätzen“, sagt Baier.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dankte den Unternehmen, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht geworden seien, forderte angesichts des Fachkräftemangels aber mehr qualifizierte Ausbildungsplätze. Angesichts der Krise sei die Übernahme von ausgebildeten Jugendlichen besonders in kleineren und mittleren Betrieben gefährdet, meinte DGB-Landeschef Hartmut Tölle. Er regte Transfergesellschaften zur vorübergehenden Beschäftigung dieser jungen Leute mit Mitteln der Arbeitsagentur an.