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Niedersachsen Randale bei Nazi-Demos
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16:05 12.09.2009
Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei in Hamburg.
Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei in Hamburg. Quelle: Simon Straubel/ddp
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In Hannover versuchten linke Gegendemonstranten am Sonnabend, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. In Hamburg gab es nach Polizeiangaben Angriffe auf Beamte. Zuvor hatte hier ein „Bündnis gegen Rechts“ friedlich gegen den von dem Nazi-Anwalt Jürgen Rieger organisierten NPD-Aufmarsch gegen das Hamburger Schanzenfest demonstriert. Weitere Auseinandersetzungen am Rande des Schanzenfestes in Hamburg wurden in der Nacht zu Sonntag erwartet.

Zu der Hamburger Nazi-Kundgebung hatten sich etwa 90 Neonazis sowie bis zu 700 gewaltbereite Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei war mit mehr als 1400 Beamten im Einsatz, sie konnte ein Zusammentreffen beider Lager verhindern. Es gab jedoch mehrere Verletzte auf beiden Seiten sowie Sachbeschädigungen, wie die Polizei mitteilte. So wurde ein Streifenwagen mit Steinen und einer Gehwegplatte beworfen, daraufhin gab ein Beamter aus seiner Waffe einen Warnschuss ab. Weitere Randalierer zündeten Mülltonnen und Barrikaden an und versuchten, an einer Tankstelle Feuer zu legen. Vorbeifahrende Autos wurden mit Flaschen beworfen. Anhänger der NPD versuchten zudem, Pressefotografen und Kameraleute an ihrer Arbeit zu hindern.

Nazi-Anwalt Rieger hatte die Kundgebung am Freitag in Hamburg organisiert, am Sonnabend in Hannover sprach er vor rund 270 Teilnehmern. Entlang der Demonstrationsroute, die zuvor vom niedersächsischen Innenministerium wegen Mangels an Polizisten verlegt und erheblich verkürzt worden war, protestierten rund 500 NPD-Gegner. Eine Gruppe linker Demonstranten habe versucht, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, sagte ein Polizeisprecher. Dabei seien drei Personen vorläufig festgenommen worden.

Eine Fortsetzung der Auseinandersetzung wurde in der Nacht zum Sonntag in Hamburg erwartet. Mit dem umstrittenen Schanzenfest im Hamburger Schanzenviertel wollen Anwohner und linke Gruppierungen gegen die ihrer Ansicht nach ungerechtfertigte Härte demonstrieren, mit der die Polizei nach einem ähnlichen Fest Anfang Juli gegen Ausschreitungen von etwa 1000 linksautonomen Randalierern vorgegangen war. Auch diesmal stellte sich die Polizei bei Einbruch der Dunkelheit auf Straßenkämpfe ein. Die Einsatzkräfte wurden für das gesamte Wochenende aus dem Bundesgebiet angefordert.

ddp

Gabi Stief 10.09.2009