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Niedersachsen Regierung verteidigt Schlachthof in Wietze gegen Protest
Nachrichten Politik Niedersachsen Regierung verteidigt Schlachthof in Wietze gegen Protest
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12:59 18.02.2011
Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) verteidigte den Gefügelschlachthofes in Wietze vor allem wegen der Schaffung von zunächst rund 250 Arbeitsplätzen positiv. Quelle: dpa
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Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat am Freitag die Ansiedlung des großen Gefügelschlachthofes in Wietze im Kreis Celle vor allem wegen der Schaffung neuer Arbeitsplätze verteidigt. Die Bürgerinitiative Wietze und die Linksfraktion protestierten gegen den geplanten Schlachthof mit einem Transparent und Küken aus Plüsch direkt vor dem Landtag in Hannover. Die Gegner des Geflügelschlachthofs kritisieren hohe Subventionen und beklagen, dass damit eine nicht artgerechte Massentierhaltung gefördert werde.

Wirtschaftsminister Bode sagte dagegen in der Landtagsdebatte, er sehe vor allem die Schaffung von zunächst rund 250 Arbeitsplätzen positiv. Die Regierung stehe auch weiter hinter der Förderung für den Schlachthof mit bis zu fünf Millionen Euro aus Strukturfördermitteln des Bundes. Bedenken, der Absatz von Geflügelfleisch gehe zurück, wies Bode ebenfalls zurück.

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Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Wietze, Norbert Juretzko, kritisierte, es sei ein Skandal, wie die Landesregierung mit dem Schlachthof-Bau umgehe. Umweltschutzauflagen und andere Voraussetzungen seien nicht erfüllt. „Mit Landwirtschaft im eigentlichen Sinne hat das nichts mehr zu tun“, schimpfte Juretzko.

Von den Bürgerprotesten zeigte sich die Landesregierung unbeeindruckt. Tier- und Umweltschützer hatten im vergangenen Jahr das Gelände besetzt, auf dem der Schlachthof gebaut wird.

Die Firma Rothkötter Frischgeflügel, der bereits ein großer Schlachthof in Haren (Kreis Emsland) gehört, will in Wietze neu bauen. Im Spätsommer soll nach Angaben des Unternehmens der Betrieb beginnen. Dort dürfen fast 2,6 Millionen Hähnchen wöchentlich geschlachtet werden.

Kritiker wenden sich vor allem auch gegen die vielen Hähnchenmastbetriebe, die im Umkreis des Schlachthofs entstehen und den Betrieb mit Tieren beliefern sollen. Die Opposition im Landtag hält es für fraglich, ob das Unternehmen Rothkötter genügend Partner in der Region findet. Agrarminister Gert Lindemann (CDU) sagte dazu, bislang seien relativ wenig Mastställe gebaut worden, es werde aber noch zu weiteren Stallbauten kommen.

In den Mastställen sei keine artgerechte Tierhaltung gegeben, kritisierte die Abgeordnete der Linksfraktion, Marianne König. Sie und andere Abgeordnete der Linken hatten mit der Bürgerinitiative auf den Stufen des Landtages protestiert. Die Polizei beendete die Aktion.

dpa