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Niedersachsen Religionsunterricht fällt zu oft aus
Nachrichten Politik Niedersachsen Religionsunterricht fällt zu oft aus
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17:32 07.01.2010
Oft fällt der Religionsunterricht aus. Quelle: Martin Steiner (Archiv)
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In vielen Schulen in Niedersachsen und Bremen fällt der Religionsunterricht häufig aus. Grund für den Ausfall in beiden Ländern ist nicht nur der Personalmangel. Probleme der Unterrichtsversorgung in anderen Fächern würden auf Kosten von Religion geregelt, kritisierten die evangelischen Kirchen.

Besonders schlimm sei die Situation an den Berufsschulen, dort gebe es bis zu 80 Prozent Unterrichtsausfall, berichtete Kerstin Gäfgen-Track, die bei den evangelischen Kirchen in Niedersachsen für Religionsunterricht zuständig ist. An einigen Schulen werde inzwischen für Schüler beider christlicher Konfessionen gemeinsam Unterricht erteilt. Das sei aufgrund der Mangelsituation „gut und sinnvoll“. „Das ist das Modell der Zukunft“, betonte sie.

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In Niedersachsen hängt es nach Angaben des Aktionsausschusses der Religionslehrer sehr von der Schulform ab, wie viel Unterricht nicht stattfindet. In Haupt- und Sonderschulen sei etwa ein Ausfall von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen, an Gymnasien höchstens 20 Prozent, sagte der Vorsitzende Hermann Abels. Am Fach Religion werde gespart. Dabei sei der Unterricht bei Schülern wieder gefragt. „Religion hat wieder Konjunktur, die jungen Menschen suchen nach Orientierung“, sagte er.

Ein Sprecher des CDU-geführten Kultusministeriums in Hannover konnte ein solches Ausmaß des Unterrichtsausfalls am Donnerstag nicht bestätigen, weil dazu keine Zahlen vorlagen. „Klar ist aber, wir haben Religion als Mangelfach“, sagte er. Doch achte die Landesregierung darauf, dass „Religion nicht an die Seite gedrängt wird“. Im Februar starte beispielsweise ein Weiterbildungs-Studium für evangelische Religion für Gymnasiallehrer, die bislang andere Fächer unterrichteten, hieß es. So solle die Unterrichtsversorgung verbessert werden.

Katastrophale Situation in Bremen

Die Situation in Bremen sei katastrophal, sagte der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Biblische Geschichte/Religionskunde, Manfred Spieß, am Donnerstag in Bremen. An vielen Schulen werde das Fach gar nicht oder nur von fachfremden Kräften unterrichtet.

In Bremen gibt es für Protestanten und Katholiken nur gemeinsamen Unterricht, der in diesem Bundesland „Biblische Geschichte“ heißt. „Wir kritisieren seit Jahren, dass Biblische Geschichte nicht verlässlich erteilt wird“, sagte die Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche, Sabine Hatscher. Eine Sprecherin des Bremer Bildungsressorts räumt ein, dass viele Stunden ausfallen, weil die Lehrer von den Schulleitern eher in Fächern wie Mathematik oder Sprachen eingesetzt werden. Als im Stundenplan ausgewiesenes Fach gab es nach Auskunft der Behörde Biblische Geschichte im vergangenen Schuljahr nur an rund der Hälfte der Grundschulen.

lni