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Niedersachsen SPD-Kandidatin Susanne Gaschke kann in Kiel regieren
Nachrichten Politik Niedersachsen SPD-Kandidatin Susanne Gaschke kann in Kiel regieren
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20:54 11.11.2012
Foto: Siegesgewiss: Die SPD-Kandidatin Susanne Gaschke wird am Sonntagabend im Kieler Rathaus gefeiert – schon bevor das Endergebnis feststeht.
Siegesgewiss: Die SPD-Kandidatin Susanne Gaschke wird am Sonntagabend im Kieler Rathaus gefeiert – schon bevor das Endergebnis feststeht. Quelle: dpa
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Kiel

Auf Gaschke entfielen 54,09 Prozent der Stimmen, auf Meyer 45,90 Prozent. Der Sieg der 45 Jahre alten Redakteurin der liberalen Wochenzeitung „Die Zeit“ in der traditionellen SPD-Hochburg Kiel ist für die Sozialdemokraten ein wichtiger Erfolg ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen im Norden. Für die CDU ist es die nächste Schlappe in einer Großstadt – auch wenn das Ergebnis für die Union besser ausfiel, als von manchen befürchtet.

„Ich freue mich wahnsinnig“, sagte Gaschke am Abend nach ihrem Sieg. „Man kann damit sehr zufrieden sein.“ Ihr Vorgänger, der heutige Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich gratuliere der neuen Oberbürgermeisterin sehr herzlich“, sagte Albig. „Ich freue mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt in den nächsten Jahren.“ Die Neuwahl des Oberbürgermeisters war erforderlich, weil der frühere Amtsinhaber Albig im Sommer Ministerpräsident wurde.

Trotz seiner Niederlage gab sich aber auch CDU-Kandidat Meyer nicht enttäuscht. „Ich kann mit meinem Ergebnis sehr zufrieden sein“, sagte er nach der Wahl. „Die CDU kann auch Großstadtpartei sein.“ In der Tat fiel das Ergebnis knapper aus, als nach dem ersten Wahlgang erwartet. Vor zwei Wochen erreichte Gaschke 42 Prozent der Stimmen und einen Fünf-Prozent-Vorsprung, zudem sprachen die Grünen, die immerhin 14 Prozent im ersten Wahlgang geholt hatten, vor der Stichwahl eine Wahlempfehlung für die SPD-Kandidatin aus. Offensichtlich folgten der Empfehlung nicht alle Grünen-Wähler.

Gaschke galt in dem Wahlkampf allerdings auch in der eigenen Partei lange Zeit als umstritten. Die Ehefrau des SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels hatte sich nur sehr knapp in einem parteiinternen Bewerberrennen durchgesetzt und war auch nicht die Wunschkandidatin der SPD-Spitze. Weder Torsten Albig, der Ministerpräsident, noch Ralf Stegner, der SPD-Landesvorsitzende, hatten Gaschkes Kandidatur anfangs unterstützt. Im Wahlkampf warben Gaschke und Meyer sachlich für ihre Positionen; „Schlammschlachten“ blieben aus. Die Wahlbeteiligung lag mit 31,94 Prozent noch unter den 35,78 Prozent aus der ersten Runde vor zwei Wochen.