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Niedersachsen SPD rechnet mit „deutlich“ mehr Direktmandaten
Nachrichten Politik Niedersachsen SPD rechnet mit „deutlich“ mehr Direktmandaten
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15:57 04.07.2012
Die niedersächsische SPD rechnet nach Ansicht ihres Spitzenkandidaten Stephan Weil bei der kommenden Landtagswahl fest mit einem „deutlichen Zuwachs“ an Direktmandaten. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die niedersächsische SPD rechnet nach Ansicht ihres Spitzenkandidaten Stephan Weil bei der kommenden Landtagswahl fest mit einem „deutlichen Zuwachs“ an Direktmandaten. „Damit ist die Platzierung auf der Landesliste nicht mehr so wichtig“, sagte Weil der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. 2008 hatte die SPD noch 19 Direktmandate gewonnen, in einer jüngsten Umfrage wurden der Partei gar 58 prognostiziert. „Ob das wirklich so sein wird, muss man sehen, aber die SPD wird definitiv zulegen“.

Für den Landesparteitag am Samstag in Hameln erwarte er deswegen „deutlich weniger Druck“ für die entsprechenden Listenplätze – Kampfkandidaturen werde es keine geben. „Das ist alles Konsens“, betonte Weil. Bei der Besetzung der Liste sei es vielmehr darum gegangen, jene „qualifizierten Kräfte“ der Partei abzusichern, „die es in ihren Wahlkreisen ansonsten schwer hätten.“

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Weil, als Spitzenkandidat seit Januar auf Platz eins gesetzt, werden nach dpa-Informationen auf den Plätzen zwei bis fünf Andrea Schröder-Ehlers, Olaf Lies, Petra Emmerich-Kopatsch und Grant Hendrik Tonne folgen - die bundesweit wohl prominenteste SPD-Bewerberin für ein Landtagsmandat, Doris Schröder-Köpf, werde auf Platz zwölf ins Rennen gehen. „Die SPD in Niedersachsen versteht sich als Partei der verschiedenen Regionen. Das muss auch in der Spitze der Landesliste zum Ausdruck kommen“, sagte Weil. Ungeachtet der Vorgespräche müsse die Wahl „selbstverständlich“ abgewartet werden.

Die fehlenden Kampfkandidaturen sind laut Weil aber auch ein Indiz für die innere Geschlossenheit, mit der die SPD am Regierungswechsel arbeite. „Ich glaube, ein solches Wir-Gefühl hat es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben“, betonte Weil. Weder inhaltliche noch regionale Diskussionen würden die Stimmung trüben. Im Gegensatz dazu – so Weil – werde die Zahl der Direktmandate für die CDU deutlich zurück gehen. „Dort wird der Druck auf die Plätze also entsprechend stark steigen.“

Abgesehen von den Listenplätzen will Weil sich nicht in die Karten schauen lassen - etwa was eine mögliche Koalition mit der Linken nach dem Urnengang am 20. Januar 2013 angeht. „Ich habe von Anfang an gesagt, ich leide nicht unter Ausschließeritis“, sagte Weil. Eine Zusammenarbeit sei jedoch „sehr unwahrscheinlich“. Die Linke hatte sich am vergangenen Wochenende nach langer Debatte auf die Duldung einer rot-grünen Regierung geeinigt.

Ende Juli will Weil für zehn Tage durch Niedersachsen reisen - teilweise zeitgleich mit McAllister. Um den „merkwürdigen Wahlkampf mit nur zwei Wochen im Januar“ zu entlasten, wolle er sich McAllister zudem in vier TV-Duellen stellen. Da McAllister bislang nicht auf die Aufforderung reagiert habe, wolle er ihn nun schriftlich herausfordern. „Den Brief wird es geben, mit Sicherheit noch vor der Sommerpause“, betonte Weil.

dpa

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