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Niedersachsen Schünemann fordert mehr Härte in den Stadien
Nachrichten Politik Niedersachsen Schünemann fordert mehr Härte in den Stadien
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19:37 21.05.2012
Von Klaus Wallbaum
Foto: Niedersachsens Innenminister Schünemann (CDU) fordert die Vereine zu härterem Durchgreifen gegen störende Fußballfans auf.
Niedersachsens Innenminister Schünemann (CDU) fordert die Vereine zu härterem Durchgreifen gegen störende Fußballfans auf. Quelle: dpa
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Hannover

Nach einer Reihe von Ausschreitungen während Fußballspielen fordert Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) die Vereine zu mehr Konsequenz bei den Kontrollen in den Stadien auf. „Es darf nicht sein, dass sich die Gespräche mit Gruppen, aus denen Störer kommen, zu Kuschelrunden entwickeln. Es muss Klartext gesprochen werden“, forderte Schünemann vor Journalisten. Die Vereine sollten mit ihren Ordnern dafür sorgen, dass keine Pyrotechnik in Stadien gelangen kann. „Dieses Material kann sehr gefährlich sein, vor allem für Familien mit Kindern, die als Zuschauer in die Stadien kommen.“ Er verwies auf Feuerwerk türkischer und polnischer Herkunft mit niedrigen Sicherheitsvorschriften, bei deren Gebrauch mit einer hohen Verletzungsgefahr gerechnet werden müsse.

Schünemann sagte, bei Verstößen gegen Auflagen müsse „auch durchgegriffen werden“. Oft würden auch vermummte Fans in die Stadien gelassen, obwohl das verboten sei. Von der Möglichkeit, Bußgeld gegen Störer zu verhängen, werde kaum Gebrauch gemacht. In der ersten und zweiten Bundesliga und in den Regionalligen sollten die Vereine für Fanprojekte aufkommen - bislang sind die Kosten zwischen Verein, Land und Kommunen gedrittelt. Fanprojekte sollten überdies obligatorisch sein. Schünemann will das Thema demnächst in der Konferenz der Innenminister ansprechen. Eine bessere Videotechnik zur Überwachung der Stadien hält der Minister außerdem für „einen sinnvollen Weg“.

Landespolizeipräsident Uwe Binias sagte, die gesetzlichen Vorschriften seien ausreichend, oftmals würden aber die Vereine die Kontrollen nicht konsequent genug vollziehen. So könnten Fangruppen oft in der Woche ins Stadion kommen und dort Pyrotechnik in Containern lagern - die sie dann am Wochenende während der Spiele herausholen und zünden. Wenn die Appelle an die Vereine nicht fruchteten, könne man auch auf Verdacht die Stadien durchsuchen und verbotene Pyrotechnik sicherstellen, erklärte der Innenminister: „Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen.“

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