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Niedersachsen Schünemann sagt Fußball-Chaoten den Kampf an
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21:13 07.11.2011
Foto: Feuerwerk stört das „Familientreffen“.
Feuerwerk stört das „Familientreffen“. Quelle: dpa
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Hannover

Anlass sind die jüngsten Ausschreitungen und der vermehrte Einsatz von bengalischen Feuern in den Fankurven. „Fußball ist zu einem Familientreffen geworden“, sagte Schünemann am Montag. Umso bedauerlicher seien die Vorkommnisse der vergangenen Wochen. Am 14. November beraten die Innenminister der Länder mit dem DFB und der DFL über das weitere Vorgehen.

Kernpunkt von Schünemanns Vorstoß: Gewaltbereite Ultras „gehören isoliert, sollten bereits an der Anreise gehindert und aus den Stadien verbannt werden“. Rund 250 Personen seien dies im Umfeld von Hannover 96. Größer noch sei das Gewaltpotenzial bei Eintracht Braunschweig und dem VfL Osnabrück. Der Minister spricht von „autonomen Fußball-Chaoten“, die zu keinem Dialog bereit seien.

Teile der Landtagsopposition kritisierten die Ideen. Die „strafpolitischen Drohgebärden“ des Innenministers seien kontraproduktiv, sagte der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Helge Limburg.

In Hannover hatte es vor allem Ärger wegen sogenannter bengalischer Feuer gegeben. Hier hake es in dem sonst konstruktiven Dialog mit den Ultragruppen. „Wir können über alles reden, nur nicht über Pyrotechnik“, bemängelte Präsident Martin Kind. Er fordert bundesweit einheitliche Strafen, damit Chaoten wüssten, was auf sie zukommt. 96 werde in dieser Saison Bußgelder von bis zu 100.000 Euro wegen der Pyromanie auf den Rängen an den DFB bezahlen müssen. Dieses Geld will sich Kind mit Preiserhöhungen in der Fankurve zurückholen.

Schünemann hat einen Maßnahmenkatalog erstellt, um die Gewalt, die in der vergangenen Saison 41 Verletzte in den niedersächsischen Bundesligastadien forderte, einzudämmen. Zum 1. Dezember beruft er zudem den ehemaligen Vizepräsidenten der Polizeidirektion Hannover, Rainer Langer, zum Sicherheitsbeauftragten im niedersächsischen Fußball. Weitere geforderte Maßnahmen sind:

Stadionverbote: Die Höchstdauer soll von drei auf fünf Jahre angehoben werden. Eine Verlängerung um zwei Jahre soll möglich werden, eine neutrale Stelle beim Fußballverband Verbote aussprechen. Hintergrund: 80 Prozent der Hinweise der Polizei auf Gewalttäter werde von gastgebenden Vereinen nicht nachgegangen, rechnete Schünemann vor.

Überwachung: Zertifizierte Sicherheitsfirmen sollen in Stadien und in Sonderzügen für mehr Sicherheit sorgen, Systeme zur Videoüberwachung erneuert werden. Im Notfall müsse die Polizei auch mehr Präsenz in den Fanblocks zeigen.

Fanprojekte: Sie sollen für die Klubs von der 1. bis zur 3. Liga zur Prävention verbindlich vorgeschrieben werden.

Sebastian Harfst

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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