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Niedersachsen Niedersachsen schafft Vergleichsarbeiten in Klasse 3 und 8 ab
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen schafft Vergleichsarbeiten in Klasse 3 und 8 ab
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13:04 28.02.2019
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kündigt Ende Januar an, dass er ein Maßnahmenpaket mit elf Punkten zur Entlastung der Lehrer von bürokratischen Aufgaben beraten will. Quelle: Sonja Wurtscheid/dpa
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Hannover

 Die Vergleichsarbeiten in den Schulen in Niedersachsen sollen abgeschafft werden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will damit den bürokratischen Aufwand für Schulen und Lehrer verringern. Diese sollten ihre Arbeitskraft wieder auf „ihr Kerngeschäft, guten Unterricht, konzentrieren können“, schreibt Tonne in einem Brief an alle Schulleitungen, der der HAZ vorliegt. Niedersachsen schert an diesem Punkt aus der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) aus, denn die Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen drei und acht werden bundesweit geschrieben.

Tonne schreibt, dass er es den Schulen frei stelle, ob sie an den Vergleichsarbeiten für das laufende Schuljahr teilnehmen wollen. Damit werde die in einem Erlass aus dem Jahr 2014 „festgeschriebene verbindliche Teilnahme für das Schuljahr 2018/2019 ausgesetzt“, heißt es in dem Brief. Die Möglichkeit zu Leistungsvergleichen könne aufgrund einer veränderten Datenbasis eingeschränkt sein.

Die unter dem Namen VERA bekannten Vergleichsarbeiten in den Klassen 3 und 8 sollen den Leistungsstand der Schüler zeigen und fragen im Gegensatz zu Klassenarbeiten in der Regel nicht den aktuell gelernten Stoff ab. In Niedersachsen gilt das in beiden Jahrgangsstufen für die Hauptfächer Deutsch und Mathematik, in der Jahrgangsstufe 8 auch für Englisch. Bisher haben an dem Projekt alle 16 Bundesländer sowie Südtirol und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens teilgenommen.

Tonne hatte im Januar Maßnahmen vorgestellt, mit denen er die Schulen und die Lehrer entlasten will. Vor der Umsetzung wollte er allerdings nach eigenen Angaben im März noch mit den Verbänden abschließend darüber diskutieren. Einige CDU-Politiker sind offenbar verstimmt über den Vorstoß des Koalitionspartners. Offiziell heißt es aus der CDU-Landtagsfraktion allerdings, dass man die Aussetzung der Vergleichsarbeiten für sinnvoll halte und die Entscheidung mittrage.

Von Marco Seng

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