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Niedersachsen Schwierige Suche nach neuer Stromtrasse an der Küste
Nachrichten Politik Niedersachsen Schwierige Suche nach neuer Stromtrasse an der Küste
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21:30 30.12.2009
Offshore-Windlangen vor der deutsche Küste.
Offshore-Windlangen vor der deutsche Küste. Quelle: lni/Archiv
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An der Nordseeküste ist es gar nicht so einfach, einen passenden Korridor für mächtige unterirdische Stromleitungen zu finden. Trotzdem eilt die Sache – eine zweite Trasse soll 2010 in die Raumordnungspläne eingezeichnet werden, denn die erste, über Norderney führende Linie reicht nicht aus. Seit einigen Wochen nun gerät die Insel Borkum ins Visier der Planer, und hier prallen die Interessen von Schifffahrt, Naturschutz und Tourismus aufeinander.

Die Offshore-Pläne für Windräder im Meereswasser sind ehrgeizig: 2700 Anlagen können in den nächsten 15 Jahren entstehen. Gegenwärtig sind es noch lediglich zwölf. Die bisher einzige Trasse, über die der dort erzeugte Strom ins Binnenland abgeleitet wird, verläuft über die Insel Norderney und ist in den Planungen bereits ausgeschöpft. Die zweite Trasse soll nun weiter westlich bei Borkum entstehen. Erste Vorschläge dafür liegen bereits vor, doch diese teilen die Geister. Unterschiedliche Bedenken sind vorgetragen worden. 2015 soll die Trasse fertig sein. Sie führt von der Nordsee bis nach Diele bei Leer, wo der Strom über einen Netzknotenpunkt weiter verteilt wird.

Wo genau die Strecke verlaufen soll, ist umstritten. So wurde geprüft, ob die Kabel in der Fahrrinne der Ems verlegt werden können. Dagegen allerdings begehrten die Frachtschiffer auf – die Gefahr, dass die Kabel von Schiffen gerammt werden, sei zu groß. Auch am Westufer der Ems, auf niederländischer Seite, scheidet eine Verlegung aus. Wie es aus dem Agrarministerium in Hannover heißt, hat die holländische Regierung signalisiert, dass sie damit nicht einverstanden wäre. Auf der Ostseite der Ems liegt allerdings der Nationalpark Wattenmeer, und ganz ohne eine Beeinträchtigung dieses Gebietes dürfte die neue Trasse nicht zu planen sein. Allerdings sollen die Eingriffe sehr begrenzt bleiben.

Es gibt noch einen Engpass, nämlich die Frage, wie die Trasse auf der Insel Borkum selbst verlegt werden soll. In Betracht kommt jetzt die sogenannte „Wandelbahn“, das ist der begehbare Teil der Strandschutzmauer auf Borkum. Dort stehen ohnehin Bauarbeiten an, und überlegt wird nun, ob nicht unterhalb der Wege sogenannte „Leerrohre“ verlegt werden können, die später dann mit den Stromkabel bestückt werden könnten.

Von Klaus Wallbaum

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