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Niedersachsen Showdown in der Rattenfängerstadt
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09:14 05.10.2013
Von Klaus Wallbaum
Wahlplakate von CDU-Kandidat Uwe Schünemann in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

In Hameln-Pyrmont stehen sich der SPD-Kandidat Tjark Bartels und sein prominenter Kontrahent gegenüber, der frühere niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Der Wahlkampf ist in der vergangenen Woche noch einmal kräftig angeheizt worden. Die Grünen im Landtag attackieren Schünemann, weil er als Innenminister mitverantwortlich sei für die illegale Speicherung von Daten beim Verfassungsschutz, unter anderem über Journalisten. CDU und FDP entgegnen, die Vorwürfe seien unbegründet und konstruiert. Es sei gar nicht klar, ob die Daten rechtswidrig erfasst wurden – und ob Schüneman selbst das angewiesen habe. In Hameln-Pyrmont selbst spielt das Thema nicht die dominante Rolle im Wahlkampf.

Vielmehr hat hier der SPD-Bewerber Bartels für Aufsehen gesorgt. Auf seinen Plakaten unter dem Titel „Stark für Tjark“ sind die Embleme von vier Parteien zu lesen: SPD, Grüne, Linke und Piraten. Schünemann nutzte seinerseits die Vorlage und plakatierte: „Verhindern Sie das rot-rote Bündnis!“ Er mobilisierte Vertreter der Wirtschaft. Bartels reagierte barsch und warf Schünemann vor, er wolle „Angst und Schrecken verbreiten“. Bartels bleibt bei dieser Wahl der Favorit. Im ersten Wahlgang am 22. September hatte er 40,6 Prozent erhalten, Schünemann 37,4 Prozent, der Grünen-Bewerber lag bei 16,1 Prozent. Die Grünen werben inzwischen offensiv für die Wahl des SPD-Bewerbers.

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In Osnabrück ist der Wahlausgang schwer vorhersagbar. Auch hier gibt es – wie in Hameln-Pyrmont – eine rot-grüne Kooperation. Aber die SPD-Bewerberin Birgit Bornemann lag im ersten Wahlgang mit 33,6 Prozent klar hinter ihrem CDU-Gegenkandidaten Wolfgang Griesert, dem früheren Baudezernenten der Stadt (46,5 Prozent). Rechnet man zu Bornemann das Resultat des Grünen-Kandidaten (11,9 Prozent) hinzu, so läge sie noch hinter Griesert. Der CDU-Bewerber hatte schon 2006 kandidiert und auch im ersten Wahlgang vorn gelegen, dann aber in der Stichwahl gegen Boris Pistorius (SPD) verloren. Ob Bornemann diesmal gelingt, was Pistorius damals schaffte? Dagegen spricht, dass Griesert ein hoch geschätzter Verwaltungsfachmann ist, der auch vom SPD-Oberbürgermeister Pistorius unterstützt worden war.

In Northeim ist Landrat Michael Wickmann (SPD) klarer Favorit für seine Wiederwahl. Nur knapp hatte er die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang verpasst, war bei 49,7 Prozent gelandet. CDU-Gegenkandidat Bernd von Garmissen, der äußerlich Wickmann ähnelt (beide haben einen Vollbart), erreichte in der SPD-Hochburg immerhin 40,4 Prozent der Stimmen. Beobachter rechnen allerdings jetzt mit einem klaren Sieg von Wickmann.

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