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Niedersachsen Gabriel startet mit Komiker in Wahlkampf
Nachrichten Politik Niedersachsen Gabriel startet mit Komiker in Wahlkampf
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14:01 19.08.2013
Von Michael B. Berger
Die neue SPD-Troika (v.l.): Schauspieler Leonard Lansink, Comedian Ingo Appelt und Parteivorsitzender Sigmar Gabriel. Quelle: dpa
Wolfenbüttel

„Sollen wir wirklich über Steinbrück reden? Ist doch eine tragische Figur – muss gegen eine Frau antreten, die unbesiegbar ist.“ Auf SPD-Wahlkampfkundgebungen hört man solche Sätze selten. Noch seltener sieht man Sozialdemokraten darüber lachen. Um über die Tragik des Peer Steinbrück lachende Sozialdemokraten sehen zu können, muss man tief in die niedersächsische Provinz reisen – ins Lessingstädtchen Wolfenbüttel. Da lacht sogar der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel mit.

Der hat in seiner Eigenschaft als örtlicher Bundestagsabgeordneter am Sonnabend mit einem Frühschoppen den Bundestagswahlkampf eröffnet – als Teil einer neuen Troika. Denn der Comedian Ingo Appelt stellte sich mit dem Schauspieler Leonard Lansink („Wilsberg“) an Gabriels Seite, um für die SPD zu werben. Appelt, den Gabriel vor einem Jahr für 25-jährige SPD-Mitgliedschaft ehrte, lästert über alles ab, am liebsten über den neuen Männertyp („kraftvoll, aber kaputt“), aber auch über den Kandidaten Steinbrück, der gegen eine Frau antreten muss, „die seit Jahren an der Spree sitzt und die Leichen ihrer früheren Gegner an sich vorbeitreiben lässt".

Gabriel schmunzelt bei Appelts zum Teil derben Scherzen, selbst wenn er selbst Gegenstand des Spottes ist – und die Wolfenbütteler lachen kräftig mit, wenn der Comedian über „den kleinen dicken Mann“ lästert. „Er hat schon einen ganz speziellen Humor“, sagt Gabriel über seinen ganz speziellen Gast in Wolfenbüttel.

Aber an einem Punkt ist sich die Wolfenbütteler SPD-Troika einig: Die Wahlmüdigkeit könnte der größte Feind der SPD werden. „Wir kriegen unsere Leute einfach nicht an die Urnen“, sagt Gabriel. Schauspieler Lansink, der in die SPD eintrat, als Edmund Stoiber gegen Gerhard Schröder antrat, hält seinem Verein die Treue. „Ich bin ja auch Schalker“, sagt der Westfale: „Man bleibt bei so einem Verein, in guten wie in schlechten Tagen.“

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