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Niedersachsen Staatsanwaltschaft Hannover prüft Anfangsverdacht gegen Glaeseker
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17:03 03.01.2012
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Hannover

Olaf Glaeseker, der fühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff, soll seit 2008 mit seiner Frau dreimal im Ausland bei dem Event-Unternehmer Manfred Schmidt gratis Urlaub gemacht haben - in einer Finca nördlich von Barcelona, in einer Luxuswohnung direkt in Barcelona und in französischen Ferienwohnungen.

Glaeseker war damals niedersächsischer Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs und hätte als Landesbediensteter teure Geschenke wie Gratisurlaube möglicherweise nicht annehmen dürfen. Ministerpräsident war zu dieser Zeit Wulff.

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Mit Disziplinarmaßnahmen muss Glaeseker voraussichtlich nicht rechnen. Er stand nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei in Niedersachsen in einem Beschäftigungs- und nicht in einem Beamtenverhältnis. Seine Stellung sei einem politischen Amt aber nahe gekommen. Einem Beamten auf Lebenszeit können dagegen Pensionsansprüche gestrichen werden. Nach Glaesekers Wechsel nach Berlin liegt seine Personalakte beim dortigen Bundespräsidialamt.

Gegen Wulff liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover weiter kein Anfangsverdacht wegen einer Straftat vor. Strafanzeigen sind jederzeit möglich, jeder Bürger kann sie stellen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch immer erst dann konkret, wenn es Anzeichen für eine Straftat gibt.

Der heute wegen seiner Kreditaffäre heftig kritisierte Bundespräsident Wulff hatte seinen langjährigen Sprecher Glaeseker kurz vor Weihnachten ohne Angaben von Gründen entlassen. „Stern-online“ hatte damals berichtet, dass Glaeseker über kostenlose Urlaubseinladungen des Partymanagers Schmidt gestürzt sei.

dpa

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