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Niedersachsen Weniger Flüchtlinge kommen nach Niedersachsen
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00:18 09.07.2018
Aufnahmezentrum in Oerbke: Die sechs Einrichtungen in Niedersachsen sind gut zur Hälfe ausgelastet. Quelle: Foto: Schaarschmidt
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Hannover

In Niedersachsen kommen immer weniger Flüchtlinge an. Nach dem Ansturm der Jahre 2015 und 2016 gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Allerdings verlassen auch nur wenige Flüchtlinge Niedersachsen schnell wieder. Die Zahl der Duldungen und Aufenthaltsgenehmigungen steigt, die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen sinkt. Das geht aus einer aktuellen Statistik des niedersächsischen Innenministeriums hervor.

Der Erhebung zufolge sank die Zahl der Neuankömmlinge von 31 065 im Jahr 2016 auf 15 299 im Jahr 2017. In diesem Jahr waren es bis Mai 5866 Menschen. Die meisten Asylbewerber kamen demnach aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Nach Angaben der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig sind die sechs Erstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen derzeit mit 2569 Personen belegt, eine Auslastung von 59  Prozent. Etwas mehr als ein Drittel der Flüchtlinge dort kommt aus sicheren Herkunftsländern. „Wir haben uns in den Aufnahmeeinrichtungen mit einem flexiblen Aufnahmekonzept an die sinkenden Zahlen angepasst“, sagte Ministeriumssprecher Matthias Eichler der HAZ.

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Die Zahl der Flüchtlinge, die in Niedersachsen bleiben, steigt allerdings deutlich: von rund 114 000 Anfang 2017 auf jetzt rund 129 000. Die Zahl derjenigen, die nach abgeschlossenem Asylverfahren mit einer Aufenthaltserlaubnis in Niedersachsen leben, ist in diesem Zeitraum von rund 57 000 auf rund 97 000 gestiegen. Im Mai 2018 waren rund 22 000 abgelehnte Asylbewerber ausreisepflichtig, rund 17 000 davon durften mit einer Duldung bleiben. Insgesamt lebten im vergangenen Mai exakt 793 535 Ausländer in Niedersachsen, von denen 16 Prozent Flüchtlinge waren.

Der aktuellen Statistik des niedersächsischen Innenministeriums zufolge wurden in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 243 Flüchtlinge in andere EU-Länder überstellt, weil diese für das Asylverfahren zuständig waren (sogenanntes Dublin-Abkommen). Im vergangenen Jahr waren es 597 Menschen. Bis Ende Mai 2018 wurden insgesamt 633 Flüchtlinge abgeschoben, 2017 waren es insgesamt 1724. Die Zahl der freiwilligen Ausreisen – ob staatlich gefördert oder nicht – sinkt seit zwei Jahren fast kontinuierlich. Nach der Statistik sind in diesem Jahr bis Ende Mai 1256 Personen ausgereist. Im gesamten vergangenen Jahr waren es noch 4434.

Die Asylsuchenden und unerlaubt eingereisten ausländischen Staatsangehörigen werden im Regelfall mithilfe von bundesweiten Verteilungssystemen auf die Bundesländer verteilt. Die auf das Land Niedersachsen verteilten Migranten sind grundsätzlich verpflichtet, in den Aufnahmeeinrichtungen zu wohnen, Asylsuchende jedoch längstens für drei Monate. In der Regel werden alle Asylsuchenden in den beiden Ankunftszentren in Bramsche und Bad Fallingsbostel-Oerbke registriert und untersucht.

Von Marco Seng